Vier Einride eBots auf dem Werksgelände von Lorenz Snacks. Foto: Lorenz
Der Snackhersteller Lorenz Snacks setzt in seinem Werk in Neunburg vorm Wald ab sofort vier kabinenlose autonome Elektrofahrzeuge von Einride ein. Sie transportieren auf dem privaten Werksgelände fertige Produkte, Rohstoffe und leere Paletten zwischen Produktion und Zentrallager. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und soll laut Lorenz und Einride ein dauerhafter Betrieb sein, kein kurzer Testlauf.
Einride eBot, kabinenloses autonomes Elektrofahrzeug in Fahrt. Foto: Einride
Wie der Werksverkehr abläuft
Ein Fahrzeug nimmt pro Fahrt bis zu 15 Paletten mit, eine Tour dauert nach Angaben des Unternehmens etwa 30 bis 45 Minuten. In Spitzenzeiten sollen alle vier Fahrzeuge zusammen bis zu 1.200 Paletten am Tag bewegen. Die Fahrzeuge selbst haben weder Lenkrad noch Fahrerkabine; sie heißen eBot; früher firmierten die Prototypen unter der Bezeichnung Gen 2 Rigid Large.
Backup-Lkw und Fernüberwachung
Für den Fall, dass eines der autonomen Fahrzeuge zeitweise ausfällt, hält Lorenz zwei konventionelle Elektro-Lkw als Rückfallebene bereit. Ganz ohne Aufsicht läuft der Betrieb nicht: Remote- und Local-Operator verfolgen den Prozess und können bei Bedarf aus der Ferne eingreifen. Das Projekt ist damit autonom, aber mit menschlicher Kontrolle im Hintergrund.
Einride eBot von der Seite, ohne Fahrerkabine. Foto: Einride
Steuerung über Saga, Strom vom eigenen Dach
Gesteuert werden die Fahrzeuge über die Softwareplattform Saga von Einride. Die Fahrzeuge gehören weiterhin Einride, das Unternehmen tritt im Rahmen eines Transportvertrags als Betreiber des Projekts auf. Geladen wird direkt am Werk mit Strom aus der firmeneigenen Photovoltaikanlage.
Es ist nicht das erste Mal, dass Einride in Deutschland autonome Elektro-Lkw im Realbetrieb testet: Im September hatte das Unternehmen gemeinsam mit Lidl einen autonomen Elektro-Lkw auf öffentlichen Straßen in Hessen angekündigt. Anders als dort findet der Einsatz bei Lorenz jedoch ausschließlich auf dem privaten Werksgelände statt.
Lorenz begründet das Projekt mit dem Ziel, die CO2-Emissionen im innerbetrieblichen Transport zu senken. Stefan Bender, Head of Logistics Germany bei Lorenz, und Henrik Green, Chief Technology Officer bei Einride, erklären dazu, das Projekt zeige, dass sich autonomer und elektrischer Lkw-Verkehr bereits heute in industrielle Abläufe integrieren lasse.