Die chinesische Marke Deepal, eine Tochtergesellschaft von Changan, plant für das Jahr 2027 die Markteinführung eines neuen Personenkraftwagens mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Grundlage hierfür ist die laufende Entwicklung eines Brennstoffzellensystems der zweiten Generation.
Fokus auf Effizienz und Kostensenkung
Yu Cheng, General Manager für globale Produktentwicklung bei Deepal, bestätigte die Arbeiten an der neuen Systemgeneration. Das primäre Ziel der Entwicklung sei eine Steigerung der Systemeffizienz bei gleichzeitiger Senkung der Produktionskosten. Die Einsparungen sollen insbesondere durch Optimierungen am Brennstoffzellenstack sowie an den Wasserstoff-Speichersystemen erzielt werden. Diese Komponenten gelten derzeit als die größten Kostentreiber bei Fahrzeugen mit Brennstoffzelle. Detaillierte technische Spezifikationen wurden bislang nicht veröffentlicht, jedoch sollen die Leistungsdaten laut Unternehmensangaben über dem aktuellen Branchendurchschnitt liegen.
Vom Deepal SL03 zum Nachfolgemodell
Bereits heute führt Deepal mit der Wasserstoff-Variante der Limousine SL03 ein entsprechendes Modell im Portfolio. Dieses Fahrzeug nutzt die erste Generation des hauseigenen Brennstoffzellensystems und erreicht eine Reichweite von über 700 km nach dem chinesischen Testzyklus CLTC. Mit der Ankündigung für 2027 setzt Changan die Strategie fort, Wasserstofftechnologie direkt in Personenkraftwagen zu erproben. Damit unterscheidet sich das Unternehmen von vielen Wettbewerbern, die den Einsatz dieser Technologie vorrangig auf schwere Nutzfahrzeuge beschränken.
Marktsituation und Infrastruktur
Der Einsatz von Brennstoffzellen in Pkw bleibt ein Nischensegment. In China umfasst die Flotte der Wasserstofffahrzeuge derzeit etwa 30.000 Einheiten, wobei der Fokus auf Bussen und Lastwagen liegt. Diese profitieren von einer zentralisierten Betankungsinfrastruktur und planbaren Routen. Die Verbreitung im Pkw-Bereich wird weiterhin durch hohe Systemkosten und ein lückenhaftes Tankstellennetz begrenzt. Changan verfolgt die Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben parallel zu seinen batterieelektrischen Programmen, stellt jedoch klar, dass diese die Batterietechnologie vorerst nicht ersetzen werden.