Die Chery-Tochtergesellschaft AiMoga hat den offiziellen Online-Verkauf ihres ersten humanoiden Roboters gestartet. Das Modell Mornine M1 ist seit dem 13. April 2026 auf der chinesischen Handelsplattform JD.com gelistet. Damit folgt Chery dem Trend mehrerer Automobilhersteller, die technologische Schnittstellen zwischen Fahrzeugentwicklung und Robotik für neue Geschäftsfelder nutzen.
Technische Spezifikationen und Preise
Der Mornine M1 ist ein lebensgroßer, humanoider Roboter mit einer Körpergröße von 167 cm und einem Gewicht von 70 kg. Das System verfügt über 40 Freiheitsgrade, wobei die Beweglichkeit der Hände separat betrachtet wird. Die maximale Gehgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 1 m/s an, die Traglast an den Armen beträgt 1,5 kg. Zur Energieversorgung dient ein Akku mit einer Kapazität von 0,7 kWh, der eine Betriebszeit von zwei Stunden ermöglichen soll. Die Ladezeit beträgt ebenfalls zwei Stunden.
Foto: Lanjinger
Die Sensorik umfasst ein 3D-LiDAR-System, zwei Tiefenkameras, eine Weitwinkelkamera sowie vier Ultraschallsensoren. Der Preis für den Mornine M1 liegt bei 285.800 Yuan (ca. 37.100 €). Erste Auslieferungen werden ab dem 23. Mai 2026 erwartet. Ergänzend bietet AiMoga den Roboterhund Argos X1 für 15.800 Yuan (ca. 2.050 €) an.
Einsatzbereiche und Vertriebsstrategie
Der M1 ist für Aufgaben im Verkauf, am Empfang oder zu Schulungszwecken konzipiert. Zu den demonstrierten Fähigkeiten gehören das autonome Öffnen von Autotüren sowie eine Fernsteuerung mittels VR-Technologie. Chery plant, die Roboter nicht nur online zu vertreiben, sondern auch in bestehende Autohäuser (4S-Stores) und neue Erlebniszentren zu integrieren. Finanzielle Unterstützung für Käufer soll über das hauseigene Finanzsystem Chery Huishin erfolgen.
Branchenkontext und Relevanz für Europa
Neben Chery investieren auch andere chinesische Hersteller wie Xpeng und GAC massiv in die Robotik. Xpeng plant die Serienproduktion seines humanoiden Roboters „Iron“ für Ende 2026. GAC bereitet die Kleinserienfertigung des Modells „GoMate“ für denselben Zeitraum vor. Für den europäischen Markt ergeben sich aus dieser Markteinführung derzeit keine direkten Auswirkungen, da sich AiMoga zunächst auf den chinesischen Inlandsmarkt konzentriert. Die Entwicklung unterstreicht jedoch die Transformation chinesischer Automobilkonzerne zu umfassenden Technologieanbietern.