Volvo weitet die Kooperation mit Google aus und nutzt im neuen EX60 die KI Gemini zur direkten Interpretation von Sensordaten und Kamerabildern.

Volvo vertieft die seit 2020 bestehende Kooperation mit Google und stellt im Rahmen des Produktionsstarts des neuen EX60 eine erweiterte Software-Strategie vor. Im Zentrum steht die Integration der künstlichen Intelligenz Gemini, die über die reine Sprachbedienung hinausgeht und tiefer in die Fahrzeugsysteme greift.

Strategische Entscheidung gegen proprietäre Systeme

Anders Bell, Chief Engineering and Technical Officer bei Volvo, betont den Vorteil der engen Zusammenarbeit mit Google gegenüber der Entwicklung vollständig eigener Betriebssysteme. Während viele Wettbewerber weiterhin auf geschlossene, herstellereigene Systeme setzen, nutzt Volvo Android Automotive als Basis. Dies ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf technologische Neuerungen und reduziert die Komplexität in der Softwareentwicklung. Volvo fungiert dabei als Entwicklungspartner, um neue Funktionen primär in die eigenen Modelle zu implementieren.

KI-Integration und Verknüpfung mit Fahrzeugsensoren

Mit der Einführung von Gemini als konversationellem Assistenten ändert sich die Interaktion im Fahrzeug. Eine wesentliche Neuerung ist die direkte Verbindung des Infotainmentsystems mit der Fahrzeugsensorik, einschließlich der Kameras. Die künstliche Intelligenz ist dadurch in der Lage, visuelle Informationen in Echtzeit zu verarbeiten.

In der Praxis bedeutet dies, dass Fahrer das System nach der Bedeutung von Verkehrsschildern fragen oder Informationen über die Umgebung einholen können, während das Fahrzeug diese aktiv scannt. Zudem unterstützt die KI bei der Einschätzung von Laderaumkapazitäten oder der Optimierung von Reichweiten- und Ladezeitprognosen bei Elektrofahrzeugen.

Updates für Bestandsfahrzeuge

Ein Kernpunkt der Strategie ist die Nachhaltigkeit der Software. Die Integration von Gemini wird nicht nur auf Neufahrzeuge wie den EX60 beschränkt sein. Volvo plant, die neuen Funktionen per Over-the-Air-Update (OTA) auch für Modelle bereitzustellen, die bereits seit mehreren Jahren auf dem Markt sind. Damit soll der technologische Wert der Fahrzeuge über den Verkaufszeitpunkt hinaus erhalten bleiben. Trotz der tiefen Google-Integration bleibt die Unterstützung für Apple CarPlay weiterhin bestehen, um den Nutzern die Wahl des Ökosystems zu überlassen.

Tags: Volvo
Дмитрий Котов
Dmitro Kotov