Ab Mitte 2025 soll die bislang dem Ioniq 5 N vorbehaltene Schaltsimulation auch in leistungsstarken Serienmodellen der Hyundai-Gruppe verfügbar sein – sofern die Antriebsleistung stimmt.

Hyundai will die virtuelle Schaltsimulation N e-Shift, die bisher dem sportlichen Ioniq 5 N vorbehalten war, auf weitere Elektromodelle ausweiten. Laut Produktplaner Raf van Nuffel von Hyundai Motor Europe soll die Technologie schrittweise „demokratisiert" werden – per Korean Car Blog. Das Ziel: mehr Fahrspaß ohne Aufpreis auf ein teures N-Modell.

Was steckt hinter der Technologie?

N e-Shift und N Active Sound+ simulieren das Schaltverhalten eines 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebes. Konkret heißt das: Das System erzeugt kurze, kontrollierte Drehmomentstöße beim Hochschalten – das typische „Rucken", das viele Verbrennerfahrer bei Elektroautos vermissen. Dazu spielt N Active Sound+ einen synthetisierten Motorsound ab, der mit der simulierten Drehzahl synchronisiert ist. Beide Funktionen lassen sich per Tastendruck am Lenkrad deaktivieren; wer liches lineares EV-Fahrgefühl bevorzugt, kann die Features jederzeit abschalten.

Der Ioniq 5 N, für den die Technologie ursprünglich entwickelt wurde, kostet in Deutschland ab 76.000 Euro (inkl. MwSt.) und leistet mit aktiviertem N Grin Boost 641 PS (472 kW). Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,4 Sekunden – laut Hyundai Newsroom.

Wer profitiert – und wer nicht?

Hyundai plant den Rollout für Modelle der mittleren und oberen Leistungsklasse. Als inoffizieller Schwellenwert gilt eine Systemleistung von rund 150 kW (204 PS); schwächere Basisvarianten bleiben voraussichtlich außen vor. Einstiegsmodelle wie der kommende Ioniq 3 – ein B-Segment-Elektroauto, das im April 2026 in Mailand debütiert und bei Hyundai Motor Türkiye produziert werden soll – dürften die Funktion in ihrer Grundausstattung nicht erhalten.

Innerhalb der Hyundai-Gruppe ist die Schaltsimulation bereits weiter verbreitet: Kia bietet eine vergleichbare Lösung im EV6 GT (430 kW / 585 PS) an, Genesis rüstet den GV60 Magma (472 kW / 641 PS) entsprechend aus. Beide Modelle belegen, dass die Technologie auch abseits des Ioniq 5 N funktioniert – und zeigen, wohin die Reise für künftige Hyundai-Modelle geht.

Preise und Verfügbarkeit

Konkrete Preise für Serienmodelle mit N e-Shift hat Hyundai noch nicht kommuniziert. Offen bleibt auch, welche Modelle nach dem Ioniq 6 N als nächste die Funktion erhalten. Fest steht: Porsche arbeitet Berichten zufolge an ähnlichen Lösungen für künftige Elektro-Sportwagen – ein Indiz dafür, dass synthetische Fahrdynamik kein reines Marketing-Experiment mehr ist, sondern sich als Segment-Merkmal etabliert.

Дмитрий Котов
Dmitro Kotov