Der CUE7 debütierte am 12. April 2026 in der Toyota Arena Tokio – 2,18 Meter groß, 74 Kilogramm leicht und in der Lage, zu dribbeln und Körbe zu werfen. Toyota nutzt ihn als Forschungsplattform für KI und Bewegungssteuerung.

Toyota hat am 12. April 2026 seinen Basketball-Roboter CUE7 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt – zur Halbzeit eines B.League-Spiels des Alvark Tokyo in der Toyota Arena Tokio, vor rund 8.400 Zuschauern. Der Roboter dribblte über das Parkett und warf Freiwürfe. Kein Showeffekt, sondern ein Ergebnis von neun Jahren Entwicklungsarbeit einer freiwilligen Ingenieurgruppe innerhalb des Toyota-Konzerns.

Das Projekt CUE begann 2017 als interne Initiative. 2019 stellte der damalige CUE3 einen Guinness-Rekord auf: 2.020 Freiwürfe nacheinander, ohne Unterbrechung. Ende 2024 legte der Vorgänger CUE6 nach – er traf aus 24,55 Metern Entfernung und hält damit den Rekord für den weitesten Korbwurf eines humanoiden Roboters.

Leichter, mobiler, lernfähiger

CUE7 ist das bislang umfangreichste Update der Reihe. Frühere Versionen standen fest auf einer Stelle und warfen aus einer fixierten Position. Der neue Roboter bewegt sich auf einem invertierten Zweiradantrieb – ähnlich einem Segway-Prinzip – und kann gleichzeitig einen Ball führen. Sein Gewicht sank gegenüber dem Vorgänger von 120 auf 74 Kilogramm, bei einer Körpergröße von 2,18 Metern.

Die Steuerung kombiniert zwei Ansätze: Reinforcement Learning (RL) – ein Verfahren, bei dem das System durch wiederholtes Ausprobieren eigenständig lernt – und modellprädiktive Regelung (MPC), die Bewegungsabläufe in Echtzeit optimiert. Mehrere Kameras und Lidar-Sensoren erfassen Korbposition, Ballflug und Umgebung; daraus berechnet das System Abwurfkraft und Flugbahn in Echtzeit.

Forschungsplattform, kein Serienprodukt

Toyota positioniert CUE7 ausdrücklich als Testumgebung für KI-Bildverarbeitung, Bewegungssteuerung und sogenannte embodied AI – also KI, die physisch in der Welt agiert. Erkenntnisse sollen in Fertigungsrobotik und autonome Systeme einfließen. Ein kommerzielles Produkt ist CUE7 nicht. Japanische Medien schätzen die Herstellungskosten auf rund 150.000 US-Dollar pro Einheit – vergleichbar mit einem gut ausgestatteten Sportwagen, aber ohne Straßenzulassung.

Für den DACH-Markt gibt es keine Pläne zur Vermarktung. Die Bedeutung des Projekts liegt anderswo: Toyota demonstriert, dass Lernalgorithmen aus dem Sport direkt in die industrielle Automatisierung übertragen werden können – eine Entwicklung, die mittel- bis langfristig auch Produktionsstandorte in Deutschland und Österreich betreffen dürfte.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)