Stellantis baut seine China-Strategie grundlegend um. Der Konzern hat mit Dongfeng eine neue Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: Ab 2027 sollen im Werk von Dongfeng Peugeot Citroën Automobile (DPCA) in Wuhan vier neue Elektro- und Hybridmodelle vom Band laufen – zwei unter der Marke Peugeot, zwei unter Jeep. Alle Fahrzeuge sind laut Stellantis für den globalen Markt vorgesehen, konkrete Exportziele nennt der Konzern bislang nicht.
Peugeot aus China – Premiumanspruch aus dem Werk
Die beiden Peugeot-Modelle basieren auf den Konzeptstudien Concept 6 und Concept 8, die auf der Automesse in Peking 2026 gezeigt wurden. Concept 6 soll als großer, dynamischer Kombi im Stil des Peugeot 508 kommen, Concept 8 als das bislang größte SUV der Marke. Antriebsdetails, Batterielieferanten oder Reichweitenangaben hat Stellantis noch nicht veröffentlicht.
Für die EU-Zulassung ist entscheidend, wie die Fahrzeuge zollrechtlich eingestuft werden. Da Stellantis das geistige Eigentum und das Design beider Marken hält, könnte das Unternehmen argumentieren, die Modelle seien keine chinesischen Erzeugnisse im Sinne der EU-Antisubventionszölle (CVD – Ausgleichszölle auf Elektrofahrzeuge aus China). Eine offizielle Bestätigung dieser Einschätzung steht aus.
Jeep kehrt nach China zurück – mit NEV-Antrieb
Die Jeep-Modelle sollen Offroad-Fahrzeuge mit sogenannten New-Energy-Antrieben werden – also Elektro oder Plug-in-Hybrid (PHEV). Jeep hatte 2022 den chinesischen Markt nach dem Ende des GAC-Joint-Ventures verlassen; DPCA wäre eine Rückkehr, kein Fortbestand. Details zu Plattform oder Exportmärkten fehlen noch vollständig.
Gesamtinvestition: rund eine Milliarde Euro. Stellantis selbst steuert etwa 130 Millionen Euro bei; die Provinz Hubei und die Stadt Wuhan fördern das Projekt aktiv.
Regulatorische Unwägbarkeiten für den DACH-Raum
Für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die entscheidende Frage, ob und wann diese Modelle hierzulande verfügbar sein werden. Das EU-Verbrennerverbot ab 2035 spricht grundsätzlich für das Projekt. Offen sind jedoch die Auswirkungen von Euro 7 (Inkrafttreten ab 2027) sowie des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus CBAM – eines EU-Instruments, das Einfuhren aus Ländern mit niedrigeren CO₂-Standards mit Abgaben belegen kann. Wie die Wuhaner Lieferkette dabei abschneidet, wurde nicht offengelegt.
Stellantis-Chef Antonio Filosa positioniert den Konzern als Plattform für globale Partnerschaften – chinesische Fertigungskosten kombiniert mit westlichem Markenkapital. Parallel dazu baut Leapmotor, an dem Stellantis beteiligt ist, bereits Elektrofahrzeuge in Europa. Die deutschen und italienischen Werke sind davon vorerst nicht direkt betroffen.
Ob Peugeot-Händler in Frankfurt oder Wien 2027 tatsächlich ein in Wuhan gebautes Flaggschiff-SUV anbieten, hängt von Zolleinstufungen, Euro-7-Konformität und noch ausstehenden Vertragsdetails ab.