Der Xiaomi YU7 GT hat die Nürburgring-Nordschleife in 7:34.931 Minuten umrundet und damit den bisherigen SUV-Rekord des Audi RS Q8 Performance (7:36.698, aufgestellt 2024) unterboten. Auch der Porsche Cayenne Turbo GT Coupé mit 7:38.925 Minuten liegt nun dahinter. Den Rundkurs hat nicht irgendein Testteam abgestimmt: Xiaomis eigenes R&D-Zentrum; in München – besetzt mit Ingenieuren von Porsche, Mercedes und Lamborghini – entwickelte das Fahrwerk direkt auf der Strecke.
Antrieb und Technik
Der YU7 GT fährt mit einem Doppelmotor-Allradantrieb: 386 PS (288 kW) vorne, 604 PS (450 kW) hinten, zusammen 990 PS (738 kW) Systemleistung. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Xiaomi mit 300 km/h an. Als zentrales Antriebselement dient der neue HyperEngine V8S EVO, ein Elektromotor mit bis zu 28.000 U/min und einem Siliziumkarbid-Leistungsmodul aus eigener Entwicklung – Xiaomi nennt 98,38 Prozent Wirkungsgrad.
Das Fahrwerk trägt den Namen „Jialong Chassis Master Edition" und wurde unmittelbar auf der Nordschleife abgestimmt. Es umfasst eine adaptive CDC-Dämpfung mit separat einstellbarer Zug- und Druckstufe, Zweikammer-Luftfedern sowie ein elektronisches Sperrdifferenzial eLSD an der Hinterachse.
Xiaomi YU7 GT
Der Fünfsitzer misst 5.015 mm in der Länge, 2.007 mm in der Breite und 1.597 mm in der Höhe – 42 mm länger als ein Ferrari Purosangue. Der Radstand beträgt 3.000 mm. Der 101,7-kWh-Akku liefert laut chinesischem CLTC-Zyklus (einem chinesischen Teststandard, vergleichbar mit dem europäischen WLTP) bis zu 705 km Reichweite. Zum WLTP-Wert, der für den europäischen Markt maßgeblich wäre, hat Xiaomi noch keine Angaben gemacht – realistisch sind rund 590 km. Die 0–100-km/h-Zeit nennt der Hersteller bislang ebenfalls nicht.
DACH-Markt: 2027 und offene Preisfragen
Den offiziellen Chinastart feierte Xiaomi am 21. Mai 2025, begleitet von Fahrzeugpräsentationen in 268 Händlerzentren in 82 chinesischen Städten. In China liegt der Einstiegspreis des YU7 GT zwischen umgerechnet rund 55.000 und 61.000 Euro (inklusive 13 % chinesischer Mehrwertsteuer).
Für Deutschland und den DACH-Raum ändert sich das Bild erheblich: Die EU erhebt derzeit einen Zusatzzoll von 20,7 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge, zuzüglich des regulären Basiszolls von 10 Prozent – insgesamt 30,7 Prozent Aufschlag laut Go-Electra. Damit würde der Einstandspreis noch vor der deutschen Mehrwertsteuer auf über 80.000 Euro steigen.
Xiaomis EU-Markteinführung ist für 2027 geplant, Deutschland gilt als Primärmarkt – das bestätigt auch AM-Online. Den Aufbau des EU-R&D-Zentrums; in München leitet Rudi Dittrich, ehemaliger Manager bei BMW. Ob das Rekordfahrzeug exakt der Kundenkonfiguration entspricht, bleibt offen: Onboard-Aufnahmen des Rekordlaufs deuten auf ein optionales Track Package und mögliche Gewichtsoptimierungen hin – Xiaomi hat sich dazu nicht offiziell geäußert.