Der EX60 tritt in Deutschland gegen BMW iX3 und Mercedes GLC EQ an – und unterbietet den PHEV-XC60 um rund €5.000. Für ein günstigeres Modell plant Volvo parallel eine neue Plattform.

Volvo stellt den EX60 in Deutschland ab €62.990 (Variante P10 AWD Plus) in den Handel – knapp €5.000 unter dem Einstiegspreis des Plug-in-Hybrid-XC60. Gleichzeitig bestätigt Volvo Cars America-Präsident Luis Rezende, dass 2027 ein günstigeres Elektromodell folgt, das preislich an das ursprüngliche EX30-Versprechen anknüpfen soll.

EX60: Reichweite, Laden, Wettbewerb

Der EX60 erreicht laut EU-Normzyklus (WLTP – europäischer Reichweitenstandard) bis zu 810 km in der sparsamsten Konfiguration. Zum Vergleich: BMW iX3 kommt auf rund 805 km WLTP, der Mercedes GLC EQ auf 713 km WLTP. An einem 370-kW-Schnelllader (800-Volt-Architektur, lädt schneller als die verbreitete 400-Volt-Technik) ist die Batterie in 18 bis 19 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen. Die Ladebuchse folgt in Europa dem CCS2-Standard.

Preislich ordnet sich der EX60 zwischen €62.990 und den oberen Ausstattungslinien ein. Wer ihn als Dienstwagen nutzt, profitiert von der 0,25-Prozent-Regelung bei der Einkommenssteuer – allerdings nur für Fahrzeuge bis zu einem Listenpreis von €70.000. Liegt der Preis darüber, greift der höhere Satz von 0,5 Prozent. Den Bundes-Umweltbonus gibt es seit dem 17. Dezember 2023 nicht mehr.

Vorbestellungen in Deutschland und Schweden überstiegen laut Volvo die interne Prognose; die Produktion wurde für 2026 aufgestockt. Auslieferungen in Deutschland sind ab Herbst 2026 geplant.

Das nächste günstige Modell – Plattform SPA3

Der EX30 sollte ursprünglich der erschwingliche Einstieg in die Volvo-Elektrowelt werden. In den USA scheiterte das Konzept an 100-prozentigen Importzöllen auf chinesisch produzierte Elektroautos, die den Preis von rund 35.000 auf knapp 46.000 US-Dollar trieben. In Europa bleibt der EX30 vorerst im Angebot, doch auch hier wächst der Preisdruck.

Das angekündigte Nachfolgemodell – Rezende nannte es „etwas größer als der EX30" – soll auf der neuen SPA3-Plattform entstehen, auf der auch der EX60 aufbaut. SPA3 ist für Fahrzeugklassen von kompakt bis groß ausgelegt. Ob es sich um eine neue Generation des EX40 oder ein eigenständiges Modell handelt, ließ Volvo offen. Der aktuelle EX40 startet in Deutschland bei rund €47.990 – ein Einstiegspreisziel deutlich darunter wäre ein erheblicher Schritt.

Ein Zollrisiko bleibt: Rund 70 Prozent der Volvo-Produktion findet in Europa statt. US-Präsident Trump drohte im Februar 2025 mit neuen Abgaben im Zuge der Grönland-Diskussion. Volvo-CEO Håkan Samuelsson äußerte sich skeptisch über eine konkrete Umsetzung – verbindliche Aussagen zur Auswirkung auf EX60 oder das Nachfolgemodell gibt es bislang nicht, — laut Electrek (Mai 19, 2026) und InsideEVs (Mai 2026).

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)