Teslas Fahrassistenzsystem FSD (Supervised) – ein Level-2-System, das Lenkung, Beschleunigung und Bremsen übernimmt, aber ständige Fahreraufsicht erfordert – hat am 10. April 2026 die erste europäische Typgenehmigung erhalten. Die niederländische Behörde RDW erteilte die Freigabe zu einem Abonnementpreis von 99 Euro pro Monat. Deutschland, Österreich und die Schweiz könnten über das sogenannte Mutual-Recognition-Verfahren nachziehen – doch mehrere Regulatoren signalisieren erheblichen Widerstand.
Genehmigungspfad für DACH
Das Mutual-Recognition-Verfahren erlaubt es anderen EU-Mitgliedstaaten, eine bereits erteilte Typgenehmigung zu übernehmen, ohne ein vollständiges eigenes Verfahren durchlaufen zu müssen. Für das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gilt das jedoch nicht automatisch: Experten rechnen damit, dass die Behörde eigenständige Hochgeschwindigkeitstests bei 130 km/h und darüber hinaus sowie eine lokalisierte Validierung verlangen wird. Das bedeutet realistisch betrachtet drei bis vier Monate zusätzliche Verzögerung nach der RDW-Entscheidung – ein DACH-Start vor Herbst 2026 erscheint unwahrscheinlich.
Die Preisstruktur steht unterdessen fest: Tesla hat den Einmalkauf von FSD weltweit im Februar 2026 abgeschafft. In China ist das Paket noch für umgerechnet rund 9.400 US-Dollar einmalig erhältlich, doch global gilt seit dem 14. Februar ausschließlich das Abonnementmodell – laut The Next Web RDW Approval für Europa bei 99 Euro monatlich.
Nordischer Gegenwind und KBA-Skepsis
Schwedische, finnische, dänische und norwegische Verkehrsbehörden haben in den Monaten April und Mai 2026 konkrete Bedenken formuliert: Das System halte sich nicht zuverlässig an Geschwindigkeitsbegrenzungen, verhalte sich auf vereisten Fahrbahnen unkalkulierbar und lenke Fahrer ab, anstatt sie zur Aufmerksamkeit anzuhalten. Laut Electrek EU Skepticism ist ein EU-weites Komiteevotum frühestens im Juli 2026 realistisch.
Das KBA dürfte diese Kritikpunkte aufgreifen. Deutschlands Autobahnnetz ohne generelles Tempolimit ist dabei ein entscheidender Faktor: Ein System, das auf amerikanischen und chinesischen Straßen funktioniert, muss beweisen, dass es auch bei Tempo 150 und höher sicher und regelkonform agiert.
Was das für Tesla-Fahrer bedeutet
Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz heute einen Tesla fährt, nutzt bereits Funktionen wie Autolenken und automatischen Spurwechsel. FSD (Supervised) geht darüber hinaus und ermöglicht unter anderem automatisches Abbiegen in der Stadt sowie Auf- und Abfahrten auf Autobahnen. Das Abonnement zu 99 Euro monatlich lässt sich jederzeit kündigen – ein wichtiger Punkt, da der Funktionsumfang noch von der endgültigen KBA-Zulassung abhängt.
Ein konkretes Startdatum für den DACH-Markt hat Tesla bislang nicht kommuniziert.