In China heißt Teslas Fahrassistenzsystem nun „Tesla Assisted Driving" – doch für Europa ändert sich nichts: Die EU-Regulierung blockiert FSD weiterhin vollständig.

Tesla hat sein Fahrassistenzsystem auf der chinesischen Website erneut umbenannt – diesmal in „Tesla Assisted Driving". Der Preis bleibt unverändert bei 64.000 Yuan (rund 8.400 Euro) als Einmalkauf. Für Fahrzeughalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat diese Meldung keine praktische Relevanz: FSD ist in der EU regulatorisch nicht zugelassen.

Wiederholte Umbenennung aus regulatorischen Gründen

Es ist nicht das erste Mal, dass Tesla den Markennamen in China anpassen muss. Im April 2025 hatte das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) Begriffe wie „autonomes Fahren" und „Full Self-Driving" im Marketing verboten. Daraufhin hieß das System vorübergehend „Intelligent Assisted Driving" – jetzt folgt die nächste Anpassung auf „Tesla Assisted Driving".

Das System ist nach SAE-Klassifikation als Level-2-Fahrerassistenz eingestuft: Der Fahrer muss jederzeit die Hände am Steuer behalten und das Fahrzeug überwachen. Vollständige Regulierungsfreigabe für einen erweiterten Betrieb strebt Tesla in China für das dritte Quartal 2026 an.

Warum Europa eine andere Ausgangslage hat

In der EU gelten deutlich strengere Anforderungen für Fahrerassistenzsysteme jenseits von Level 2. Level-3-Systeme – bei denen der Fahrer unter bestimmten Bedingungen die Augen von der Straße nehmen darf – erfordern eine aufwendige Typgenehmigung nach UN-Regelung R157. Tesla bietet FSD in keinem EU-Land an, und eine baldige Zulassung zeichnet sich nicht ab.

Zum Vergleich: Mercedes-Benz betreibt sein Drive-Pilot-System (Level 3) in Deutschland und den USA nach separaten nationalen Genehmigungsverfahren – ein Prozess, der Jahre in Anspruch nahm.

Was chinesische Entwicklungen für DACH bedeuten

Die Vorgänge in China zeigen, wie stark lokale Behörden die Produktkommunikation von Automobilherstellern prägen. Für Tesla-Kunden in der DACH-Region bleibt der aktuelle Stand unverändert: Fahrzeuge wie Model 3 und Model Y verfügen über den „Autopiloten" sowie optional über „Enhanced Autopilot" – beides Level-2-Systeme mit Spurhalte-, Abstands- und automatischer Spurwechselfunktion auf Autobahnen.

Ein Zeitplan für weitergehende Assistenzfunktionen auf dem europäischen Markt wurde von Tesla bislang nicht kommuniziert.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)