Vier Elektromotoren, 772 kW Systemleistung und 530 km WLTP-Reichweite – der Ferrari Luce richtet sich ausschließlich an Ultra-HNW-Käufer. Bestellbücher sind sofort offen, Auslieferungen starten Q4 2026.

Ferrari hat am 25. Mai 2026 sein erstes vollständig elektrisches Serienfahrzeug vorgestellt: den Luce. Der Einstiegspreis liegt bei 550.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer – noch ohne Individualisierung über das Tailor-Made-Programm. Auslieferungen im DACH-Raum sollen im vierten Quartal 2026 beginnen, Bestellungen werden sofort angenommen.

Antrieb und Fahrleistungen

Vier Permanentmagnet-Elektromotoren treiben je ein Rad an. Die Systemleistung beträgt 772 kW (rund 1.035 PS), das maximale Drehmoment liegt bei 990 Nm. Die vorderen Motoren leisten jeweils 105 kW, die hinteren je 310 kW. Ferrari gibt einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden an; 200 km/h sind nach 6,8 Sekunden erreicht, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 310 km/h.

Das Fahrzeug basiert auf einer 800-Volt-Architektur (lädt schneller als gängige 400-Volt-Systeme) mit Siliziumkarbid-Wechselrichtern. Die 122-kWh-Batterie stammt vom koreanischen Zulieferer SK On und verwendet NMC-Chemie mit Silizium-Graphit-Anoden. Die maximale Ladeleistung beträgt 350 kW Gleichstrom; laut Ferrari lassen sich so in 20 Minuten rund 70 kWh nachladen.

Reichweite, Preis und Fördersituation

Die WLTP-Reichweite (EU-Normverbrauchstest) ist mit 530 km angegeben. Für ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse und Größe – 5.026 mm Länge, 1.999 mm Breite, 1.544 mm Höhe – ist das ein solider Wert, kein Rekord.

Staatliche Förderung fällt vollständig weg: Der Umweltbonus wurde am 17. Dezember 2023 eingestellt. Die zehnjährige Kfz-Steuer-Befreiung für neu zugelassene Elektrofahrzeuge gilt zwar auch für den Luce, ist bei diesem Preisniveau aber allenfalls ein Randposten. Die Dienstwagen-Regelung mit 0,25-Prozent-Versteuerung des geldwerten Vorteils greift nur für Fahrzeuge bis 70.000 Euro Listenpreis – der Luce liegt deutlich darüber.

Zum Vergleich: Ein Porsche Taycan beginnt bei rund 105.000 Euro, ein Mercedes-AMG GT 4-Türer bei etwa 170.000 Euro. Der Luce kostet das Drei- bis Fünffache – und positioniert sich damit nicht als Premium-Elektroauto, sondern als Hypercar.

Interieur und Bedienkonzept

Ferrari verzichtet im Luce bewusst auf eine displaydominierte Kabine. Das Armaturenbrett behält klassische Rundinstrumente, der zentrale Touchscreen ist kompakt gehalten. Ein separates Beifahrerdisplay gibt es nicht.

Zwei Schaltwippen am Lenkrad übernehmen eine neue Funktion: Die rechte steuert die Leistungsabgabe in fünf Stufen, die linke regelt die Rekuperationsstärke. Außerdem lässt sich ein synthetischer Motorsound zuschalten – oder vollständig deaktivieren. Der Fünftürer bietet fünf Sitzplätze, was für Ferrari ungewöhnlich ist.

Die Fertigung übernimmt das neue E-Building in Maranello. Ferrari meldet über 60 eigene Patente für den Luce. Das Design entstand in Zusammenarbeit mit dem Studio LoveFrom von Jony Ive, ehemaliger Chefdesigner bei Apple. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei 0,254 – laut Ferrari bewusst auf Effizienz statt auf sportliche Optik ausgelegt.

Frühzeitige Auslieferungen gehen erwartungsgemäß an bestehende Ferrari-Kunden mit langjähriger Händlerbeziehung. Eine schnelle Überzeichnung der Bestellbücher gilt als wahrscheinlich – per InsideEVs.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)