Trotz steigender Auslieferungen wächst der operative Verlust des chinesischen Herstellers rasant – ein Anzeichen für den Preiskampf im chinesischen EV-Markt.

Xiaomis Elektroauto-Sparte verbrennt Geld schneller, als sie Fahrzeuge ausliefert. Im ersten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan (rund 457 Millionen US-Dollar) – obwohl die Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr zulegten. Für den DACH-Markt bleiben die Modelle zwar nicht erhältlich, doch das Zahlenwerk zeigt, wie intensiv der Preiskampf in China den gesamten EV-Sektor unter Druck setzt.

Verlust wächst schneller als der Absatz

Im ersten Quartal lieferte Xiaomi 80.856 Elektrofahrzeuge aus – ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Der Umsatz der Sparte erreichte 19,9 Milliarden Yuan (rund 2,9 Milliarden US-Dollar). Dennoch summierte sich der operative Verlust auf 457 Millionen US-Dollar, was einem Minus von rund 5.600 Dollar pro verkauftem Fahrzeug entspricht. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag dieser Wert noch bei etwa 900 Dollar je Fahrzeug. Die Bruttomarge sank von 23,2 Prozent (Q1 2025) auf 20,1 Prozent.

Drei Ursachen für den Margenverfall

Xiaomi nennt mehrere Gründe für die Verschlechterung: Erstens führte die chinesische Regierung ab Januar 2026 eine reduzierte Kaufsteuerbefreiung für Elektroautos ein – statt der bisherigen vollständigen Befreiung gilt nun ein Satz von 5 Prozent, gedeckelt bei 15.000 Yuan. Um Kunden nicht zu verlieren, subventionierte Xiaomi die Differenz aus eigener Tasche. Zweitens fiel der Anteil des margenstarken SU7 Ultra im Produktmix geringer aus. Drittens stiegen die Komponentenkosten.

Modellpalette und Ausblick

Der durchschnittliche Verkaufspreis je Fahrzeug liegt bei rund 235.000 Yuan (ca. 34.600 US-Dollar). Das SUV-Modell YU7, seit Juni 2025 auf dem Markt, kommt auf 232.000 kumulierte Auslieferungen in zehn Monaten. Die Basisversion kostet 233.500 Yuan (ca. 34.300 US-Dollar), die leistungsstarke YU7 GT-Variante startet bei 389.900 Yuan (ca. 57.300 US-Dollar). Für den neuen SU7 der zweiten Generation lagen bis zum 6. Mai bereits über 80.000 Vorbestellungen vor.

Im April lieferte Xiaomi 36.702 Fahrzeuge aus – ein Anstieg von 28,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 71,2 Prozent mehr als im März. Das Einzelhandelsnetz umfasst inzwischen 490 Geschäfte in 143 chinesischen Städten. Eine Expansion nach Europa ist laut Unternehmensangaben frühestens 2027 geplant – ob und wann Xiaomi-EVs den DACH-Markt erreichen, bleibt offen.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)