SRT-Chef Tim Kuniskis bestätigt das endgültige Aus für den Viper. Als Nachfolger positioniert Dodge den Copperhead – doch für Europa ist das Modell vorerst nicht geplant.

Die Dodge Viper kehrt nicht zurück. SRT-Chef Tim Kuniskis hat in einem Interview mit dem Podcast „The DriveCast" klargestellt, dass das Modell seinen Lebenszyklus abgeschlossen hat – und eine Neuauflage nicht geplant ist. Damit endet eine Ära: Rund 32.000 Einheiten wurden in 26 Produktionsjahren gebaut, ehe das letzte Fahrzeug 2017 das Band verließ.

Sicherheitsvorschriften als Totengräber

Der entscheidende Grund für das endgültige Aus liegt in modernen US-Sicherheitsvorschriften. Neue Anforderungen zur Insassenschutz-Technologie – konkret Seitenvorhang-Airbags zur Schleuderprävention – sind mit der kompakten Kabine und der niedrigen Dachlinie des Viper konstruktiv nicht vereinbar, wie The Drive berichtet. Um die Normen zu erfüllen, hätte Dodge das Grundkonzept des Fahrzeugs aufgeben müssen.

Ein zweites Problem: die Handschaltung. Kuniskis räumt ein, dass ein moderner Viper auf der Rennstrecke kaum noch konkurrenzfähig wäre, wenn er weiterhin ausschließlich mit manuellem Getriebe angeboten würde. Eine zeitgemäße Version müsste auf ein Automatik- oder Doppelkupplungsgetriebe setzen – was viele Fans als Verrat am ursprünglichen Konzept empfunden hätten.

Kuniskis lobte dennoch die letzte Baureihe: Das Design der fünften Generation gehöre zu den besten der Automobilgeschichte, der Viper sei einem Großteil der damaligen Supersportwagen auf der Rennstrecke ebenbürtig gewesen. Zugleich betonte er, das Fahrzeug habe dem Fahrer stets deutlich mehr Können abverlangt als die meisten Zeitgenossen.

Copperhead kommt – aber nicht nach Europa

Als neue Halo-Baureihe arbeitet Dodge am Copperhead SRT, der im Mai 2026 auf dem Stellantis-Investorentag enthüllt wurde. Laut Detroit News bezeichnet Stellantis-CEO Filosa das Fahrzeug ausdrücklich nicht als Viper-Nachfolger, sondern als zweitürigen „Hyper-Muscle-Car" auf Basis der neuen Charger-Plattform. Erwartet werden mehr als 597 kW (etwa 800 PS), ein markantes Aerodynamik-Paket mit großen Lufteinlässen und Heckflügel sowie ein Marktstart als Modelljahr 2029.

Für Europa und speziell den DACH-Markt gibt es jedoch keine Zusagen. Die Stellantis-Strategie FaSTLAne 2030, die insgesamt acht neue SRT-Modelle vorsieht, fokussiert sich auf Nordamerika. Eine Homologation für die EU ist nicht bestätigt.

Lücke im Performance-Segment

In Europa wurde die Viper seinerzeit unter dem Namen Chrysler Viper verkauft; für die deutsche Zulassung war unter anderem eine Abgasanlagenmodifikation erforderlich. Mit dem endgültigen Aus und dem fehlenden Copperhead-Export hinterlässt Dodge im hiesigen Performance-Segment eine Lücke. Dort konkurrieren derzeit Modelle wie die Corvette Z06, der Mustang Dark Horse sowie europäische Sportwagen – ohne direktes amerikanisches Gegengewicht in der Oberklasse.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)