Am 3. Juni 2026 hat Volkswagen Group im spanischen Martorell die Serienproduktion des ID. Polo und des Cupra Raval aufgenommen. Der ID. Polo startet in Deutschland ab €24.995 (inkl. 19 % MwSt.), der Cupra Raval ab €26.000 – beide Modelle sind damit die günstigsten Elektrofahrzeuge im jeweiligen Markensortiment. Die ersten Fahrzeuge sollen im Herbst 2026 bei deutschen Händlern eintreffen.
Antrieb, Reichweite und Laden
Beide Modelle basieren auf der neuen MEB+-Plattform (Modular-Elektrobaukasten, kompakte Variante) – ihr Serienerstling. Zur Wahl stehen zwei Batterievarianten: 37 kWh LFP (Lithiumeisenphosphat) mit rund 300 km nach WLTP (europäischer Normverbrauchszyklus) sowie 52 kWh NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) mit bis zu 454 km WLTP. Drei Leistungsstufen stehen bereit: 85 kW / 116 PS, 99 kW / 135 PS und 155 kW / 211 PS – alle mit Frontantrieb.
Das Laden erfolgt über CCS2 (europäischer Ladestecker-Standard) mit 90 bis 105 kW Gleichstromleistung. Den Ladevorgang von 10 auf 80 % absolvieren beide Modelle in rund 23 bis 24 Minuten. Die NMC-Zellen für die 52-kWh-Variante liefert das VW-Werk in Salzgitter; die günstigeren LFP-Batterien sollen ab 2027 aus einer neuen Fertigung in Valencia kommen.
VW ID. Polo und Cupra Raval laufen seit dem 3. Juni 2026 im spanischen Martorell vom Band.
Preise, Verfügbarkeit und Dienstwagenvorteil
Beim ID. Polo sind Bestellungen der Basisausstattung Trend (37 kWh, ab €24.995) seit dem 29. April 2026 möglich, Auslieferungen beginnen im Juli 2026. Die stärker ausgestattete Life-Variante (52 kWh, 155 kW, ab €33.795) ist sofort bestellbar, Übergaben starten im September 2026.
Der Cupra Raval ist seit April 2026 bestellbar; Kundenauslieferungen sind für das vierte Quartal 2026 geplant. Die Endurance-Topausstattung (52 kWh) kostet mindestens €34.790. Im Vergleich zum ID. Polo bietet der Raval ein sportlicheres Fahrwerk: 15 mm tieferliegend, Spurbreite um 10 mm vergrößert.
Den deutschen Umweltbonus gibt es seit dem 17. Dezember 2023 nicht mehr. Für Dienstwagenfahrer gilt jedoch die 0,25-Prozent-Regelung für Elektrofahrzeuge mit einem Listenpreis bis €70.000 – beide Modelle liegen deutlich darunter und profitieren damit vom steuerlichen Vorteil. In Österreich besteht weiterhin ein e-Mobilitätsbonus von bis zu €5.000; in der Schweiz gibt es keinen Bundesbonus.
Werk und Plattform-Perspektive
Für das SEAT-Werk in Martorell ist die Aufnahme der Elektrofertigung ein Einschnitt: Erstmals verlassen dort rein elektrische Serienfahrzeuge die Montagelinie. Rund 160.000 Quadratmeter Produktionsfläche wurden modernisiert, etwa 1.000 neue Roboter in der Karosseriefertigung installiert. Ein 600 Meter langer automatisierter Förderbrücke verbindet das im Dezember 2025 eröffnete Batteriewerk direkt mit der Montagelinie.
SEAT/Cupra übernimmt zudem die technische Weiterentwicklung der MEB-Entry-Plattform – eine neue Rolle für die Marke innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Auf derselben Plattform sollen künftig auch der VW ID. Cross und der Škoda Epiq entstehen, allerdings im Werk Navarra. Laut Handelsblatt stammen rund 70 % der Materialkosten beider Modelle von iberischen Zulieferern.