Toyota bringt den MR2 zurück – und diesmal deutlich kraftvoller als das Original. Gazoo Racing-Präsident Tomoya Takahashi bestätigte Anfang 2026 die Entwicklung eines neuen Mittelmotorsportwagens, der unter dem GR-Badge erscheinen soll. Chefingenieur Naohiko Saito nennt Allradantrieb als feste Planungsgröße – eine klare Abkehr vom klassischen Hinterradantrieb des MR2. Serienreife ist frühestens für 2030/2031 angesetzt.
Antrieb und Technik
Das Herzstück des neuen Sportwagens soll der neue Vierzylinderturbo G20E mit 2,0 Litern Hubraum werden. Das Leistungsziel liegt laut Auto Motor und Sport (Jan 2026) bei 331 kW (450 PS) für die Straßenversion; eine Motorsport-Variante soll sogar bis zu 441 kW (600 PS) erreichen. Als Getriebe ist eine Achtstufenautomatik im Gespräch, die bereits für GR Corolla und GR Yaris entwickelt wurde.
Saito begründete die Wahl des Allradantriebs mit dem Handling: Mittelmotor-Architektur kombiniert mit Allradantrieb biete das beste Gleichgewicht aus Agilität und Traktion für ein Hochleistungsfahrzeug, erklärte er gegenüber Auto Express – Motor1 (Juni 2026) zitiert die Aussage ausführlich. Das unterscheidet den Neuen grundlegend vom legendären MR2, der von 1984 bis 2007 als reines Heckantriebsmodell gebaut wurde.
Entwicklungsstand und Testbetrieb
Das Projekt befindet sich nach eigenen Angaben in Stufe eins von vier geplanten Entwicklungsphasen. Als rollendes Testlabor dient der GR Yaris M Concept, der seit der Tokyo Auto Salon im Januar 2025 in der japanischen Super Taikyu Series antritt – und beim Nürburgring 24h 2025 Renneinsätze absolvierte. Der Prototyp nutzt noch Hinterradantrieb, liefert den Ingenieuren aber Echtstreckendaten zur neuen Plattform.
Das Designvorbild ist der FT-Se Concept von 2023: niedriger Aufbau, kurze Überhänge, klassische Mittelmotorproportionen. Das endgültige Seriendesign kann sich bis zum Produktionsstart noch ändern.
Verfügbarkeit und Marktaussichten
Für Interessenten hierzulande gilt vorerst Geduld: Konkrete Angaben zu einem europäischen Marktstart fehlen bislang vollständig. Erste Berichte gehen von einer Kleinserie mit Japan-only-Produktion aus; ein Import-Weg nach Europa wäre dann das wahrscheinlichste Szenario. Preise in Euro sind nicht bestätigt – als grober Anhaltspunkt kursiert ein japanischer Referenzwert von rund 10 Millionen Yen, was einem Bruttopreis von etwa 62.000 bis 65.000 Euro entspräche, ohne Importnebenkosten gerechnet.
Das Segment kompakter Mittelmotorsportwagen ist seit dem Ende des Lotus Elise und dem Auslaufen des Alpine A110 Turbo in den unteren Preisregionen überschaubar geworden. Toyota füllt mit dem GR MR2 eine Lücke – sofern der Serienstart tatsächlich gelingt.