Boreham Motorworks baut den legendären Escort Mk1 RS als Ford-genehmigten Continumod neu auf – mit 10.000 U/min-Motor, ohne ABS und ohne Servolenkung, weltweit auf 150 Exemplare limitiert.

Der Ford Escort Mk1 RS kehrt zurück – nicht als Restomod, sondern als „Continumod": ein Neubau mit originalen Ford-Fahrgestellnummern und offizieller Lizenz des Herstellers. Boreham Motorworks, die historische Rallye-Entwicklungsbasis von Ford in Essex, baut weltweit exakt 150 Exemplare. Der Einstiegspreis liegt in Europa bei rund 345.000 Euro inklusive 19 % Mehrwertsteuer – ein Betrag, der den Escort in die Liga handgefertigter Boutique-Sportwagen wie den Alfaholics GTA-R oder den Singer 911 katapultiert.

Antrieb und Technik

Käufer können zwischen zwei Saugmotoren wählen. Die Basisversion erhält einen 1,8-Liter-Twin-Cam-Vierzylinder mit 136 kW / 185 PS und 180 Nm, der bis 8.500 U/min dreht und an ein Viergang-Schaltgetriebe gekoppelt ist. Das Topmodell trägt den 2,15-Liter-TEN-K-Motor: 243 kW / 330 PS, 210 Nm, Redline bei 10.000 U/min – ein per 3D-Druck gefertigtes Aggregat mit Trockensumpfschmierung, das laut Hersteller nur rund 85 kg wiegt. Das Trockengewicht des gesamten Fahrzeugs beträgt 895 kg, was einem Leistungsgewicht von etwa 2,7 kg pro PS entspricht.

Beide Versionen treiben die Hinterräder an. Das TEN-K-Modell erhält ein Fünfgang-Schaltgetriebe mit Dogleg-Schaltung – erster Gang unten links, ein Schema aus dem Motorsport der 1970er-Jahre. Serienmäßig verbaut ist ein mechanisches Sperrdifferenzial. ABS, Traktionskontrolle und Servolenkung fehlen bewusst.

Fahrwerk und Karosserie

Das Fahrwerk entstand von Grund auf neu. Vorne arbeiten MacPherson-Federbeine auf einem neuen Hilfsrahmen; der Radstand wuchs gegenüber dem Original um 30 mm. Hinten sitzt eine Starrachse aus Aluminium und Titan, die laut Boreham die ungefederten Massen gegenüber historischen Rennescorts um rund 40 kg reduziert. Die Bremsanlage besteht aus 300-mm-Scheiben mit Vierkolben-Sätteln vorne und 260-mm-Scheiben mit Zweikolben-Sätteln hinten. Für Schotter- und Wintereinsätze ist eine mechanische Handbremse mit Seilzug vorgesehen – eine Technik, die im modernen Serienfahrzeugbau kaum noch vorkommt.

Die Karosserie aus Stahl erhält serienmäßig Carbon-Motorhaube und -Kofferraumdeckel. Optional ist eine vollständige Carbonstruktur lieferbar. Das Exterieur-Design orientiert sich an den Werksrennwagen des Alan Mann Racing-Teams der späten 1960er-Jahre.

Innenraum und Verfügbarkeit

Der Innenraum bleibt puristisch: Carbon-Armaturenträger, Analoginstrumente, individuell angepasste Sitze und Lenkrad sowie ein auf den Fahrer abgestimmter Überrollkäfig. Gegen Aufpreis lassen sich Breitling-Rallye-Chronographen in die Mittelkonsole integrieren. LED-Scheinwerfer, eine elektrische Innenraumheizung und ein Audiosystem gehören zur Serienausstattung.

Bestellt werden kann das Fahrzeug mit Links- oder Rechtslenker. Das weltweite Kontingent von 150 Einheiten verteilt sich ohne bekannte Länderzuteilung; ein DACH-spezifisches Kontingent ist nicht ausgewiesen. Liefertermine wurden von Boreham Motorworks bisher nicht konkret benannt – der Hersteller geht von Auslieferungen ab 2026/2027 aus. Vorgestellt wurde der Escort Mk1 RS erstmals auf dem London Concours 2026, wie Motor1 DE und das Rallye Magazin berichten.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)