Genesis zeigte zwei überarbeitete X Gran Convertible-Konzepte in Le Mans mit aggressivem Magma-Aeropaket – doch ein konkreter Produktionsplan für Europa fehlt weiterhin.

Genesis hat beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans zwei überarbeitete Versionen des X Gran Convertible gezeigt – diesmal mit aggressiverem Aeropaket im Magma-Stil. Chefdesigner Luc Donckerwolke hält eine Kleinserienfertigung für technisch machbar, eine verbindliche Produktionsentscheidung hat Genesis jedoch nicht getroffen. Für den deutschen Markt gibt es weder Preise noch einen Starttermin.

Zwei Konzepte, ein Auftritt

Beide Showfahrzeuge basieren auf den X Gran Coupe- und X Gran Convertible-Konzepten, die erstmals auf der Seoul Mobility Show 2025 zu sehen waren. Die überarbeiteten Versionen tragen nun einen neuen Frontstoßfänger mit vergrößerten Lufteinlässen, zusätzliche Karbonelemente sowie erweiterte Radläufe mit Entlüftungsöffnungen – ein Detail, das Genesis bereits am G90 Wingback-Konzept zeigte.

Am Heck ergänzen ein ausgeprägter Ducktail-Spoiler, ein massiver Diffusor und vier Auspuffendrohre das Bild. Das erste Fahrzeug trägt den Farbton Liquid Titanium mit orangefarbenen Akzenten, 22-Zoll-Rädern und einem leuchtend orangefarbenen Innenraum mit rautenförmiger Ledersteppung. Die zweite Variante kommt in Midnight Teal mit silbernen Leichtmetallfelgen und einem grünen Interieur – beide mit festem Klappdach.

Antrieb und Technik: noch keine Angaben

Konkrete technische Daten nennt Genesis nicht. Das X Gran Convertible baut auf der Plattform des Serienmodells G90 auf, das in Deutschland und der Schweiz seit Juli 2023 auf Anfrage erhältlich ist – mit einem 3,5-Liter-Biturbo-V6 mit 375 bis 409 PS (276–301 kW). Naheliegend wäre, dass eine eventuelle Serienversion auf demselben Antriebsstrang basiert, möglicherweise in einer leistungsgesteigerten Hybridform. Spekulationen um einen V8 aus dem Hybrid-Rennprototyp GMR-001 Hypercar bleiben bislang unbestätigt.

Magma-Linie: erster Serienwagen kommt aus Amerika

Als erstes Serienfahrzeug mit Magma-Paket soll der GV60 Magma im Sommer 2026 in den USA auf den Markt kommen – mit rund 471 kW (641 PS) und einem geschätzten US-Preis von 74.000 bis 76.000 Dollar. Einen bestätigten Rollout-Plan für Europa oder den DACH-Markt gibt es noch nicht. Zum Vergleich: Der G90 kostet in Deutschland aktuell zwischen rund 72.000 und über 100.000 Euro – eine Magma-Version dürfte deutlich darüber liegen.

Kleine Serie wäre laut Donckerwolke machbar

Donckerwolke beschrieb eine Kleinserienfertigung des G90 Wingback zuletzt als „kein Problem" und „sehr schnell umsetzbar mit minimalem Aufwand" – laut Genesis Newsroom. Diese Aussage gilt sinngemäß auch für Coupé- und Kabriovarianten. Eine offizielle Bestätigung steht jedoch aus. Bereits der G70 Shooting Brake zeigt, dass Genesis bereit ist, in Europa Karosserievarianten anzubieten, die in anderen Märkten nicht existieren. Ob das X Gran Convertible diesen Weg geht, bleibt vorerst offen.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)