Der Alfa Romeo Tonale steuert auf sein Auslaufdatum zu – und bleibt dabei ausgerechnet das stärkste Volumenmodell der Marke in Deutschland. Im ersten Quartal 2025 entfiel laut KBA-Statistik noch rund 45 Prozent aller deutschen Alfa-Romeo-Neuzulassungen auf den Tonale. Dennoch soll die Produktion im Werk Pomigliano d'Arco nach Informationen der italienischen Gewerkschaften FIM-CISL und UILM im November 2027 enden – nur rund fünfeinhalb Jahre nach dem Marktstart im Februar 2022.
Facelift, drei Antriebe, ein laufendes Modell
Für 2026 hat Alfa Romeo den Tonale überarbeitet. Drei Antriebsvarianten stehen in Deutschland zur Bestellung bereit: der Mild-Hybrid Ibrida mit 129 kW (175 PS) ab 36.300 Euro, der Plug-in-Hybrid Q4 mit 199 kW (270 PS) und Allradantrieb ab 49.700 Euro sowie ein Diesel mit 96 kW (130 PS) – dessen Auslieferung verzögert sich allerdings auf das erste Quartal 2026. Der Plug-in-Hybrid erreicht laut Hersteller 61 bis 69 Kilometer rein elektrische Reichweite (EAER-Standard) bei einem kombinierten Verbrauch von 1,13 bis 1,48 Litern auf 100 Kilometer plus 19 kWh/100 km.
Alfa Romeo Tonale – das Kompakt-SUV bleibt bis November 2027 in Produktion, bevor ein Nachfolger auf der STLA-Medium-Plattform folgt.
Der Hintergrund des kurzen Produktionszyklus ist technischer Natur: Der Tonale basiert auf der FCA-Small-Wide-4×4-LWB-Architektur, deren Wurzeln bis 2005 zurückreichen und die ursprünglich auch im Jeep Compass der Vorgängergeneration genutzt wurde. Das Werk in Pomigliano soll künftig auf die Fertigung eines günstigeren Stadtstrommobils umgestellt werden, das als Basis für die nächste Fiat Panda und ein verwandtes Citroën-Modell dienen soll.
Junior drängt, Nachfolger kommt
Seit dem Marktstart des Alfa Romeo Junior im September 2024 verschiebt sich das interne Gleichgewicht spürbar. Der Junior Elettrica – 115 kW (156 PS), 410 km WLTP-Reichweite, 54-kWh-Akku – kostet ab 39.500 Euro und gilt mit einem Anteil von über 50 Prozent der Markenzulassungen seit Anfang 2025 als neues Zugpferd der Marke. Der Junior Ibrida mit 1,2-Liter-Benziner (100 kW / 136 PS) und 21-kW-Elektromotor aus einer 48-Volt-Batterie – ein Vollhybrid im klassischen Sinne ist das nicht, sondern ein 48-Volt-Mildhybrid – ist ab 29.500 Euro erhältlich und verbraucht im WLTP-Zyklus rund 5,2 Liter auf 100 Kilometer.
Der Tonale-Nachfolger ist bereits in Planung: ein namentlich noch nicht bestätigtes C-SUV auf der STLA-Medium-Plattform (Stellantis' modernes Fahrzeugkonzept für Mittelklasse-Modelle), das im Werk Melfi entstehen soll. Mit über 4,6 Metern Länge rückt es näher an den Stelvio heran. Hybrid- und rein elektrische Antriebe sind vorgesehen. Der Markteintritt wird für 2027 bis 2028 erwartet; deutsche Preise oder ein offizieller Name liegen noch nicht vor.
Wer jetzt einen Tonale kauft oder least, fährt ein Modell im letzten regulären Produktionszyklus. Restwertentwicklung und Teileversorgung dürften langfristig im Blick zu behalten sein – auch wenn Restbestände erfahrungsgemäß noch bis 2028 verfügbar sein könnten.