JLR erweitert seine neue EMA-Fahrzeugplattform (Electrified Modular Architecture), die ursprünglich ausschließlich für reine Elektrofahrzeuge konzipiert wurde, um vollwertige Hybridantriebe. Der Range Rover Velar soll 2026 als erstes EMA-Modell auf den Markt kommen – als vollelektrische Variante mit 800-Volt-Bordnetz, das schneller lädt als das verbreitetere 400-Volt-System. Damit rückt JLR direkt in den Wettbewerb mit dem Porsche Macan Electric und dem Audi Q6 e-tron.
Antrieb, Reichweite und Technik
Der neue Velar soll laut InsideEVs DE mit Allradantrieb und über 294 kW (400 PS) kommen. Die Produktion findet im britischen Werk Halewood statt. WLTP-Reichweitenwerte hat JLR bislang nicht veröffentlicht; CCS2 als europäischer Ladestecker-Standard ist für den europäischen Markt zu erwarten, offiziell bestätigt ist das noch nicht. Deutsche Preise mit ausgewiesener Mehrwertsteuer stehen ebenfalls aus. Der Umweltbonus ist seit dem 17. Dez. 2023 eingestellt – eine staatliche Förderung entfällt damit für Privatkäufer in Deutschland.
Nach dem Velar folgt der kompakte Defender, intern als Defender Sport bezeichnet. Auf der EMA-Plattform wird er sowohl als Elektrofahrzeug als auch als Vollhybrid (kein Mild- oder Plug-in-Hybrid) erhältlich sein, wie Electrive im Juni 2026 berichtete. Defender-Direktor Mark Cameron räumte ein, dass die Unterbringung der Antriebsbatterie im Fahrzeugboden die Achsverschränkung – ein zentrales Merkmal für ernsthaftes Gelände – einschränkt. Der kastige Aufbau des Defenders wirkt sich zudem negativ auf die elektrische Reichweite aus. Der Vollhybrid soll genau hier eine praktische Alternative bieten.
Strategie und DACH-Wettbewerb
Der Strategieschwenk kommt nicht überraschend: JLR meldete für 2023 einen Anstieg der Plug-in-Hybrid-Verkäufe (Plug-in-Hybrid, also mit Stecker ladbarer Hybridantrieb) in Europa um 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nachfrage nach rein elektrischen Fahrzeugen wächst langsamer als ursprünglich geplant. Für Käufer hierzulande bedeutet das: Die Modellpalette bleibt flexibler, als JLR noch vor wenigen Jahren angekündigt hatte.
Die übrigen Land-Rover-Marken – Range Rover, Discovery und Defender – werden künftig ein breites Antriebsspektrum von Mildhybrid bis Vollelektrisch abdecken. Die Marke Jaguar bleibt dagegen konsequent elektrisch. Der Type 01, ein vollelektrischer Gran Turismo mit rund 735 kW (ca. 1.000 PS) und einer angegebenen Reichweite von über 640 km (Norm noch nicht bestätigt), soll Mitte 2026 debütieren. Der Einstiegspreis wird mit umgerechnet über 100.000 Euro erwartet – ein anderes Segment als die Defender- und Velar-Modelle.
Zeitplan und offene Fragen
Ein konkretes Verkaufsstart-Datum für Deutschland ist für den Velar EV noch nicht bekannt; JLR spricht von 2026 ohne regionale Präzisierung. Für den Defender Sport auf EMA-Basis fehlt ein Produktionstermin gänzlich. Kaufinteressierte sollten bei deutschen Händlern nach aktuellen Verfügbarkeitsfenstern fragen, sobald JLR Spezifikationen und Preise für den europäischen Markt offiziell kommuniziert.