Japans Regierungschefin fährt jetzt im Century SUV vor – das exklusive Plug-in-Hybrid-Modell ist und bleibt Japan-exklusiv, nach Europa kommt es nicht.

Japans Premierministerin hat ihr offizielles Dienstfahrzeug gewechselt: Der bisher genutzte Century-Sedan der dritten Generation macht Platz für den Toyota Century SUV. Tokioter Medien sichteten das neue Fahrzeug in diesen Tagen auf dem Weg vom Amtssitz zum Parlament und zum Flughafen Haneda. Für Käufer hierzulande bleibt das Fahrzeug eine ferne Kuriosität — es ist und wird Japan-exklusiv bleiben, eine Exportversion für Europa ist nicht geplant.

Staatsprotokoll und praktischer Nutzwert

Der Wechsel folgt einem simplen Grund: Das Vorgängermodell, ein Century G60 Sedan aus dem April 2020 — damals noch unter Premier Shinzo Abe eingeführt —, hatte seinen behördlich festgelegten Kilometergrenzwert erreicht. Kabinettsminister Minoru Kihara bestätigte den Fahrzeugwechsel, verweigerte jedoch aus Sicherheitsgründen jede Auskunft zu Kaufpreis und technischer Ausstattung der Regierungsversion.

Neben dem Protokoll dürften praktische Vorteile eine Rolle gespielt haben: höhere Sitzposition, mehr Kopffreiheit im Fond und der Plug-in-Hybridantrieb. Das äußerlich schlichte schwarze Fahrzeug verzichtet auf die beim Century übliche zweifarbige Lackierung; hinter dem Kühlergrill verbergen sich blaue Blaulichter, an der Front ein Zusatzspiegel. Verglasung und Karosseriepaneele dürften gepanzert sein.

Antrieb und Preis — nur für Japan relevant

Technisch basiert der Century SUV auf der TNGA-K-Plattform. Ein 3,5-Liter-V6-Benziner arbeitet im Plug-in-Hybrid-Verbund (PHEV) zusammen mit Elektromotoren; die Systemleistung beträgt 303 kW (412 PS). Der Allradantrieb läuft über ein stufenloses E-CVT-Getriebe mit E-Four-System. Der 21,3-kWh-Akku soll laut Hersteller bis zu 69 km rein elektrisch ermöglichen — dieser Wert basiert auf dem japanischen CLTC-Messstandard und ist nicht mit dem europäischen WLTP-Normverbrauchszyklus vergleichbar. Ein WLTP-Wert existiert nicht, da das Fahrzeug nie für den europäischen Markt homologiert wurde.

In Japan kostet der Century SUV für Privatkäufer ab 27 Millionen Yen — umgerechnet rund 167.000 US-Dollar. Eine Euro-Preisangabe erübrigt sich: Weder Toyota noch Lexus bieten das Modell in Deutschland, Österreich oder der Schweiz an. Auch über das Lexus-Händlernetz in China, über das seit November 2023 Fahrzeuge exportiert werden, gibt es keinen Weg in den DACH-Markt.

Kein DACH-Markt, kein Linkslenker

Der Century SUV wird ausschließlich in Rechtslenker-Ausführung gebaut. Eine Linkslenker-Version für den europäischen Markt ist weder angekündigt noch in Planung. KBA-Zulassungen, Händlerstart oder Förderrelevanz — keines dieser Kriterien trifft zu. Das Fahrzeug bleibt das, was es von Beginn an war: ein japanisches Staatsrepräsentationsobjekt der Oberklasse, das außerhalb Japans allenfalls als automobiles Kuriosum wahrgenommen wird.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)