Ab dem 2. September 2026 läuft die Bestellung für den Polestar 4 SUV in Deutschland an – mit echtem Heckfenster, 630 km WLTP-Reichweite und einem Einstiegspreis von rund 63.500 Euro.

Polestar erweitert den Polestar 4 um eine SUV-Variante mit klassischem Heckfenster – und schließt damit die wohl wichtigste Kritikstelle am Coupé. Ab dem 2. September 2026 sind Bestellungen in Deutschland möglich, Auslieferungen sind für das vierte Quartal 2026 geplant. Produziert wird das Fahrzeug im südkoreanischen Busan, nicht wie das Coupé im chinesischen Hangzhou – ein Unterschied, der angesichts der anhaltenden Debatte über EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektroautos (CVD) von Bedeutung ist.

Antrieb, Reichweite und Laden

Technisch teilt sich der Polestar 4 SUV die Basis mit dem Coupé: 400-Volt-Bordnetz, 100-kWh-Akku (netto 94 kWh) und Gleichstromladen mit bis zu 200 kW – der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert damit rund 30 Minuten. Der Einstieg erfolgt mit einem Hinterradantrieb-Modell, das laut ElektroQuatsch auf 630 km nach dem europäischen Normverbrauchszyklus (WLTP) kommt – geringfügig mehr als die vergleichbare Coupé-Version mit rund 610 km.

Der Allradantrieb mit zwei Elektromotoren leistet 408 kW (544 PS) und erreicht nach WLTP-Norm 590 km. Dieser Dual-Motor-Aufbau wird voraussichtlich über 70.000 Euro kosten und liegt damit oberhalb der Grenze für die 0,25-Prozent-Dienstwagenbesteuerung, die in Deutschland für rein elektrische Firmenwagen mit einem Listenpreis bis 70.000 Euro gilt. Das Basismodell mit Hinterradantrieb setzt laut MOTORMOBILES bei rund 63.500 Euro an – etwa 1.600 Euro mehr als das Einstiegs-Coupé.

Polestar 4 SUV: Die überarbeitete Heckpartie mit integriertem Heckfenster unterscheidet die SUV-Variante vom fensterlosen Coupé.Polestar 4 SUV: Die überarbeitete Heckpartie mit integriertem Heckfenster unterscheidet die SUV-Variante vom fensterlosen Coupé.

Ein 800-Volt-Bordnetz, das schnelleres Laden ermöglicht als das verbreitete 400-Volt-System, bieten Mitbewerber wie der Porsche Macan Electric oder der Kia EV6 in dieser Klasse bereits an. Polestar setzt dagegen auf die Effizienz der bestehenden Plattform.

Karosserie, Fahrwerk und Alltagsnutzen

Der Polestar 4 SUV behält die Abmessungen des Coupé nahezu unverändert: Radstand 2.999 mm, Gesamtlänge rund 4.840 mm. Die wesentliche Änderung betrifft die Heckpartie: Die überarbeitete Dachlinie mündet in eine fünfte Tür mit integriertem Heckfenster, was die Laderaumnutzung gegenüber dem flachen Coupé-Abschluss verbessert. Polestar gibt zudem ein neu abgestimmtes Fahrwerk an, das Komfort im Alltag und präzises Ansprechen in Kurven ausbalancieren soll.

Verfügbarkeit und steuerliche Einordnung

Der Umweltbonus ist seit dem 17. Dezember 2023 eingestellt; staatliche Kaufprämien stehen in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Für Privatleute bleibt die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge. In Österreich ist weiterhin ein e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro verfügbar, sofern das Fahrzeug die Förderkriterien erfüllt. Für die Schweiz gibt es keinen Bundesbonus. Termine für Österreich und die Schweiz hat Polestar bislang nicht kommuniziert.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)