Mercedes-AMG elektrisiert das Kompaktsegment: Der neue CLA 45 4MATIC+ fährt mit drei Axialfluss-Elektromotoren vor – zwei hinten, einer vorne – und leistet in der Spitze 500 kW (680 PS). Das reicht für den Sprint von 0 auf 100 km/h in 2,7 Sekunden per Launch-Control oder 3,0 Sekunden ohne Rollout-Modus. Der Marktstart in Europa ist für 2027 geplant; offizielle Preise für Deutschland stehen noch aus, der Einstieg dürfte aber bei rund 85.000 bis 95.000 Euro liegen.
Antrieb, Reichweite und Laden
Die drei Motoren – entwickelt von YASA, einer Mercedes-Benz-Tochter – treiben alle vier Räder an. Hinzu kommt ein Torque-Vectoring-System (torquebasierte Momentverteilung zwischen den Hinterrädern), das die Kurvenfahrt aktiv unterstützt. Den Strom liefert ein 94-kWh-Akku; der Sedan kommt laut europäischem Normverbrauchszyklus (WLTP) auf bis zu 670 km, der Shooting Brake auf bis zu 640 km – bei 60 Liter mehr Kofferraumvolumen. Laden ist mit bis zu 330 kW Gleichstrom (DC) möglich: Von 10 auf 80 Prozent vergehen rund 22 Minuten; zehn Minuten Laden liefern über 270 km Reichweite nach. Als Ladestecker kommt der europäische Standard CCS2 zum Einsatz. Die Höchstgeschwindigkeit liegt serienmäßig bei 250 km/h, mit optionalem AMG Dynamic Plus-Paket bei 270 km/h.
Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC+ mit aktivem Heckspoiler – erstmals in der AMG-Kompaktklasse verfügbar.
Klang, Aerodynamik und Fahrwerk
Das auffälligste Feature ist der Fahrmodus AMGFORCE S+: Er simuliert das Klangbild des bisherigen 2,0-Liter-Turbovierzylinders M139 – auf Basis von mehr als 1.600 Audioaufnahmen – und unterbricht kurz die Kraftübertragung, um Schaltvorgänge eines gedachten 8-Gang-Getriebes nachzuahmen. Vibrationselemente in den Vordersitzen verstärken das Erlebnis. Es handelt sich dabei ausdrücklich um eine Vier-Zylinder-Simulation, keinen V8. Wer das ablehnt, wählt einen der sechs weiteren AMG-Dynamic-Select-Modi. Im Fahrwerk setzt AMG auf Stahl-Schraubenfedern mit adaptiven Dämpfern (AMG Ride Control). Erstmals in der AMG-Kompaktklasse überhaupt gibt es aktive Aerodynamik: Der Sedan trägt einen ausfahrbaren Heckspoiler, der Shooting Brake einen aktiven Spoiler an der Dachkante – beide lassen sich manuell oder automatisch steuern. Vorne bremsen Sechskolben-Sättel auf 390-mm-Scheiben, hinten Einkolben-Sättel auf 350-mm-Scheiben; fünf Rekuperationsstufen ergänzen das System.
Preise, Förderung und Wettbewerb
Für den deutschen Markt fehlen belastbare Zahlen. Auf Basis des britischen Richtwerts von über 70.000 Pfund ist ab rund 85.000 Euro (inkl. 19 % MwSt.) zu rechnen – Tendenz nach oben für Topausstattungen. Der Umweltbonus ist seit dem 17. Dezember 2023 eingestellt, greift also nicht mehr. Da der Listenpreis die 70.000-Euro-Grenze überschreitet, gilt für Dienstwagen die 0,5-Prozent-Regelung statt der günstigeren 0,25-Prozent-Regel. In Österreich beträgt der e-Mobilitätsbonus 5.000 Euro; in der Schweiz gibt es keinen Bundesbonus. Zum Vergleich: Der BMW i4 M50 xDrive kostet ab 79.990 Euro und leistet 442 kW (601 PS); der Hyundai Ioniq 6 N startet bei rund 79.000 Euro mit 448 kW (609 PS). Das Tesla Model 3 Performance liegt mit 59.990 Euro deutlich darunter, bleibt mit 0–100 km/h in 3,1 Sekunden aber langsamer. Die KBA-Homologation für den deutschen Markt steht noch aus; konkrete Lieferfenster nennt Mercedes-AMG bislang nicht. Beide Karosserievarianten – Sedan und Shooting Brake – sollen nach Deutschland kommen.