BYD-Tochter Denza hat den Supersportwagen Z beim Goodwood Festival of Speed (Juli 2026) erstmals vor europäischem Publikum bewegt – inklusive Fahrt von Ex-Formel-1-Weltmeister Jenson Button. Die Technikdaten sind aufsehenerregend: drei Elektromotoren mit zusammen 1.180 kW / 1.582 PS, ein Sprint von 0–100 km/h in 1,96 Sekunden (Racing-Variante mit Semislicks), Höchstgeschwindigkeit 350 km/h. Ab Q4 2026 sollen erste Exemplare in Europa ausgeliefert werden – auch in Deutschland.
Antrieb, Reichweite und Laden
Das Fahrzeug stützt sich auf eine 76-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP, bekannt als „Blade Battery"). Nach europäischem Normverbrauchszyklus (WLTP) kommt das Coupé auf 409 km, das Spider-Cabriolet auf rund 400 km, die Racing-Version auf 380 km. Zum Vergleich: Der Porsche Taycan Turbo GT erreicht nach WLTP über 600 km – allerdings bei niedrigerem Leistungsgewicht.
Das kommunizierte Ladeversprechen verdient genaue Betrachtung: Denza bewirbt bis zu 1.500 kW Ladeleistung über das firmeneigene Flash-Charging-System. Dieses verwendet jedoch einen chinesischen Stecker, der in Europa nicht verbaut ist. An europäischen Ladestationen mit CCS2-Stecker (europäischer Ladestecker-Standard) ist die Leistung auf maximal 1.000 kW begrenzt – und selbst das übersteigt die heute verfügbare Infrastruktur erheblich. Unter idealen Bedingungen soll die Batterie von 10 auf 70 Prozent in fünf Minuten laden, von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten.
Bis Ende 2026 plant Denza rund 3.000 Flash-Charging-Stationen in Europa. Wie viele davon in Deutschland tatsächlich betrieben werden und welche Ladeleistung sie in der Praxis liefern, ist bislang unklar.
Denza Z Coupé: 76-kWh-LFP-Batterie, 409 km WLTP-Reichweite, CCS2-Laden bis 1.000 kW in Europa.
Gewicht, Technik und Varianten
Drei Karosserievarianten stehen zur Wahl: Coupé, Spider und Racing. Alle serienmäßig mit Luftfederung und Karbon-Keramik-Bremsen, die laut BYD rund 30 kg ungefederte Masse einsparen und auf etwa 300.000 km ausgelegt sind. Coupé und Racing beschleunigen im Serientrimm in 2,25 Sekunden auf 100 km/h.
Ein separater Elektromotor an jedem Hinterrad ermöglicht Torque Vectoring – eine achsindividuelle Drehmomentverteilung, die das Kurvenverhalten verbessern soll. Nötig ist das auch: Das Coupé bringt 2.230 kg auf die Waage, der Spider 2.300 kg.
Denza Z Spider: 2.300 kg Leergewicht, Luftfederung und Karbon-Keramik-Bremsen serienmäßig.
Preise, Wettbewerb und DACH-Kontext
Offizielle Preise für den deutschen Markt hat Denza noch nicht genannt. Als Referenz dient die Limousine Denza Z9 GT, die laut electrive.com (April 2026) in Deutschland für 115.000 Euro (inkl. 19 % MwSt.) erhältlich ist. Basierend auf dem britischen Einstiegspreis von 142.900 Pfund für das Coupé wird der Denza Z in Deutschland schätzungsweise zwischen 165.000 und 200.000 Euro kosten.
In dieser Preisklasse trifft er auf den Porsche 911 GT3 ab rund 175.000 Euro und den Taycan Turbo GT. Beide verfügen über ein deutlich dichteres Servicenetz und – im Fall des Taycan – über mehr als 150 % mehr WLTP-Reichweite. Der Umweltbonus ist seit dem 17. Dezember 2023 eingestellt; die Dienstwagen-Vorteilsbesteuerung von 0,25 % greift ohnehin nur bei Fahrzeugen bis 70.000 Euro Listenpreis – für den Denza Z irrelevant.
Einen direkten Griff nach deutschem Terrain plant Denza nach CnEVPost (July 2026): Eine Nürburgring-Rekordfahrt ist für Q4 2026 angesetzt. Ob das reicht, um im Premiumsegment Fuß zu fassen, hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell das Ladenetz tatsächlich aufgebaut wird.