Volkswagens chinesisches Gemeinschaftsunternehmen FAW-Volkswagen hat den Jetta M6 offiziell bei der chinesischen Zulassungsbehörde MIIT eingereicht – ein rein elektrischer Mittelklasse-Sedan, der noch 2026 in China auf den Markt kommen soll. Das Modell gehört zur Jetta-Submarke, die FAW-VW 2019 als eigenständige Marke für Erstkäufer in kleineren chinesischen Städten ausgegründet hat. Für den europäischen Markt ist der Jetta M6 nicht geplant – laut Motor1 operiert Jetta ausschließlich in China.
Antrieb und Abmessungen
Regulierungsdokumente belegen einen einzigen Elektromotor in zwei Leistungsstufen: 113 kW (154 PS) in der Basisvariante und 145 kW (197 PS) in der stärkeren Version. Die Akkukapazität hat FAW-Volkswagen bislang nicht veröffentlicht; damit lassen sich weder WLTP-Reichweite noch Ladezeiten einschätzen. Bekannt ist lediglich, dass Lithium-Ionen-Zellen des Herstellers CALB zum Einsatz kommen und die Batterie im Werk des Gemeinschaftsunternehmens gefertigt wird.
Jetta M6: Die Front mit schmalen LED-Scheinwerfern und geschlossener Frontpartie orientiert sich an aktuellen EV-Designtrends.
Mit einer Länge von 4.806 mm, einer Breite von bis zu 1.895 mm und einem Radstand von 2.820 mm siedelt sich der M6 im Bereich gehobener Mittelklasse-Limousinen an. Das Leergewicht liegt je nach Ausstattung zwischen 1.557 und 1.628 kg. Preislich zielt FAW-VW auf unter 100.000 CNY – umgerechnet rund 13.500 bis 14.000 Euro –, womit der M6 im einkommensschwächeren Einsteigersegment des chinesischen EV-Markts positioniert ist.
Was das für den DACH-Markt bedeutet
Die Submarke Jetta existiert in Europa nicht. GlobalChinaEV bestätigt, dass die Marke seit ihrer Gründung 2019 ausschließlich auf den Heimatmarkt China ausgerichtet ist – keine europäische Homologation, kein Händlernetz, keine offiziellen Importpläne.
Heckpartie des Jetta M6 mit durchgehender Lichtleiste – das Fahrzeug bleibt ein exklusives China-Modell von FAW-Volkswagen.
Wer im DACH-Raum nach einem Elektrokombi aus dem VW-Konzern sucht, findet das nächstvergleichbare Angebot im ID.7: eine MEB-basierte Limousine mit bis zu 286 kW (389 PS) in der GTX-Version, einer WLTP-Reichweite von bis zu 709 km (Pro-Variante) und einem Einstiegspreis ab rund 54.000 Euro in Deutschland. Der ID.7 profitiert von der 0,25-Prozent-Dienstwagenregelung für Elektroautos mit einem Listenpreis von maximal 70.000 Euro sowie der zehnjährigen Kfz-Steuerbefreiung – Vorteile, die für einen China-Only-Jetta schlicht nicht relevant sind.
Neben dem M6 soll die Jetta-Marke demnächst auch eine Serienversion des Konzeptfahrzeugs Jetta X vorstellen – ein elektrischer Crossover, der die China-Produktpalette erweitern soll. Auch dieses Modell ist laut aktuellem Stand nicht für Europa vorgesehen.