Nissan hat die vierte Generation des Elgrand nach 16 Jahren Modellpause vorgestellt – und der Minivan setzt technisch auf das e-Power-System der dritten Generation: Ein 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner fungiert ausschließlich als Generator und treibt die Räder nicht direkt an; zwei Elektromotoren übernehmen den Vortrieb. Der Japan-Start ist für den 16. Juli 2026 terminiert. Für Europa liegt kein offizieller Einführungsplan vor, wie auto motor und sport bestätigt.
Antrieb und Technik
Der Elgrand E53 nutzt den gleichen e-Power-Antriebsstrang, den Nissan bereits im Qashqai für Europa eingeführt hat. Beim Qashqai erreicht diese Technik laut Nissan Global Newsroom einen WLTP-Verbrauch von 4,5 Litern auf 100 km (europäischer Normverbrauchszyklus). Für den schwereren Elgrand nennt Nissan noch keine offiziellen Verbrauchswerte. Das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit über 500 Nm an; die Gesamtsystemleistung bleibt bislang unveröffentlicht. Alle Varianten erhalten das Allradsystem e-4ORCE, das Antriebskraft zwischen den Achsen verteilt. Eine adaptive Fahrwerksregelung – Nissan nennt sie „Intelligent Dynamic Suspension" – passt die Dämpfer kontinuierlich an den Fahrbahnzustand an.
Der neue Nissan Elgrand (4. Generation, 2026) in der Außenansicht – das Design orientiert sich am Hyper-Tourer-Konzept aus dem Jahr 2023.
Interieur: Passagierkomfort als Kernversprechen
Konstruktiv hat Nissan den Schwerpunkt auf die zweite Sitzreihe gelegt. In der Topausstattung gibt es „Zero Gravity"-Einzelsitze mit Fußstützen, Elektroeinstellung und separat neigbarer Oberlehne. Das Audiosystem von Bose umfasst 22 Lautsprecher; das Armaturenbrett trägt zwei 14,3-Zoll-Displays. Der Laderaum fasst laut Nissan sieben Reisekoffer, auch bei vollständig besetztem Siebensitzer.
Marktlage in Japan – und was das für Europa bedeutet
In Japan musste sich der Vorgänger deutlich geschlagen geben: Im Geschäftsjahr 2025 verkaufte Nissan lediglich 1.163 Einheiten des alten Elgrand, während Toyota 81.357 Exemplare des Alphard absetzte. Seit Ende Mai 2026 liegen bereits über 6.000 Vorbestellungen vor – ein Neustart, der für den Heimatmarkt vielversprechend aussieht.
Für Interessenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt: Der Elgrand ist vorerst ein Japan-Modell ohne bestätigten Europakurs. Technisch wäre das e-Power-System europatauglich, doch für einen DE-Export müsste Nissan unter anderem den in Japan üblichen CHAdeMO-Ladestandard durch CCS2 (europäischer Ladestecker-Standard) ersetzen. Der in Japan aufgerufene Einstiegspreis von 6,87 Millionen Yen (umgerechnet rund 46.000–48.000 Euro) wäre im Luxus-MPV-Segment grundsätzlich wettbewerbsfähig – vergleichbare Fahrzeuge wie der VW Multivan oder die Mercedes V-Klasse positionieren sich ähnlich, bedienen aber eher den Nutzfahrzeug-abgeleiteten Markt als das Luxus-Minivan-Segment.
Da der Elgrand kein Plug-in-Hybrid (PHEV) ist und keinen externen Ladeanschluss hat, würde er den seit Dezember 2023 eingestellten deutschen Umweltbonus ohnehin nicht qualifizieren. Einen konkreten EU-Homologationsfahrplan hat Nissan bis dato nicht kommuniziert.