Nissan kennzeichnet Bremsanlagen seit 1999 mit einem Farbcode – vom Alltagsfahrzeug bis zum Trackday-Einsatz. Für den deutschen Markt ist das Wissen vor allem beim Import relevant.

Wer einem Nissan Z auf der Straße begegnet und einen Blick durch die Felgen wirft, sieht nicht nur Technik – sondern ein System. Nissan nutzt seit 1999 einen Farbcode an den Bremssätteln, der anzeigt, auf welche Belastungen die Anlage ausgelegt ist. Der Ursprung liegt beim Skyline GT-R (R34), dem ersten Nissan mit Brembo-Komponenten. Für Interessenten in Deutschland ist das Thema vor allem beim Import relevant: Den Nissan Z verkauft Nissan hierzulande nicht offiziell.

Vier Farben, vier Leistungsstufen

Silber kennzeichnet die Basisvariante. Die zweikolbigen Sättel sind für den normalen Straßenbetrieb ausgelegt und bieten solide Alltagsbremsleistung, jedoch keine Reserven für wiederholte Vollbremsungen auf der Rennstrecke. Auch der Nissan Z in der Grundausstattung trägt silberne Sättel.

Rot steht für gesteigerte Bremsleistung. Der Nissan Z Performance erhält ein Akebono-System mit vierkolbigen Vordersätteln und vergrößerten Bremsscheiben – geeignet für sportliche Fahrweise, gelegentliche Trackdays eingeschlossen. Der Z Nismo trägt einen noch leuchtenderen Rotton: Seine Anlage basiert auf Komponenten des GT-R, mit 380 mm großen Vorderscheiben und 350 mm an der Hinterachse, laut ams.de nicht für Europa erhältlich.

Gold war historisch das Erkennungszeichen der stärksten Nissan-Sportler: R34 Skyline GT-R, 350Z Track Edition und GT-R (R35) trugen vergoldete Sättel als Signal für ein neues Präzisionsniveau im Bremsbereich. Aktuelle Serienmodelle verwenden Gold nicht mehr.

Gelb markiert die höchste Stufe der Hierarchie. Diese Farbe ist Fahrzeugen mit Karbon-Keramik-Bremsen vorbehalten, die extreme Temperaturen und wiederholte intensive Verzögerungen auf der Rennstrecke tolerieren. Zuletzt verwendete Nissan gelbe Sättel beim GT-R Nismo und GT-R Track Edition des Modelljahres 2020.

Porsche macht es ähnlich – und ist in Deutschland direkt erhältlich

Ein vergleichbares System etablierte Porsche bereits ab 2001: Schwarz für Standardbremsen, Rot oder Silber bei S-Modellen, Gelb für die PCCB-Keramikbremse (Porsche Ceramic Composite Brake) und Grün für bestimmte Hybridmodelle ohne Keramikanlage. Für Kunden beim deutschen Porsche-Händler hat der Farbcode damit unmittelbare praktische Bedeutung.

Import-Realität für den Nissan Z

Wer den Z Performance oder Z Nismo in Deutschland fahren möchte, ist auf Spezialimporteure angewiesen. Die Kosten liegen laut hh-autos.com bei rund 60.000 bis 65.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer, Zöllen und TÜV-Umrüstung. Eine Herstellergarantie von Nissan Europe besteht nicht. Der Farbcode der Bremsanlage hilft dabei, den technischen Stand eines importierten Fahrzeugs schnell einzuordnen – Silber, Rot oder leuchtendes Rot zeigen unmittelbar, welche Bremsgeneration verbaut ist.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)