Volkswagen füllt die Lücke zwischen 48-Volt-Mildhybrid und Plug-in-Hybrid: Golf und T-Roc sind ab sofort als Vollhybrid bestellbar – mit 125 kW (170 PS) Systemleistung, ohne externe Ladeinfrastruktur und zu Preisen ab 41.400 Euro inklusive 19 % MwSt. Ausgeliefert wird ab dem vierten Quartal 2026. Wer jetzt bestellt, sichert sich die Erstkonfiguration im Einstiegstrim.
Antrieb, Verbrauch und Laden
Das Herzstück ist der bekannte 1.5 TSI evo2-Benziner, ergänzt um zwei Elektromotoren und eine 1,6-kWh-Hochvoltbatterie, die im Fahrzeugboden eingebaut ist. Das System lädt sich ausschließlich über Rekuperation und den laufenden Verbrenner – ein Ladekabel ist weder notwendig noch vorgesehen.
Der Antrieb wechselt vollautomatisch zwischen drei Betriebsmodi: rein elektrisch bei niedrigen Geschwindigkeiten, seriell (Verbrenner treibt Generator an, Elektromotor bewegt die Räder) im mittleren Bereich und parallel ab etwa 60 km/h, wenn der Benziner die Hauptarbeit übernimmt. Fahrer können zwischen Eco, Comfort und Sport wählen – im Eco-Modus ist die Systemleistung auf 70 % begrenzt, um den Verbrauch zu minimieren.
Nach WLTP (europäischer Normverbrauchszyklus) verbraucht der Golf Hybrid 4,6 bis 5,1 Liter auf 100 km, der T-Roc Hybrid 5,0 bis 5,6 Liter. Die CO₂-Emissionen liegen beim Golf bei 104 bis 117 g/km (Klasse C–D), beim T-Roc bei 115 bis 127 g/km. Gegenüber dem 110-kW-Golf 1.5 eTSI mit 48-Volt-Mildhybrid soll der Vollhybrid im kombinierten Zyklus 10 bis 15 % weniger Kraftstoff verbrauchen – im Stadtbetrieb bis zu 35 %, weil der Elektromotor dort deutlich häufiger allein antreibt. Der Golf Hybrid sprintet in 7,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
VW Golf Vollhybrid 2026: Das System kombiniert einen 1.5 TSI evo2 mit zwei Elektromotoren und einer 1,6-kWh-Batterie im Fahrzeugboden.
Preise, Förderung und Einordnung
Der Golf Hybrid startet in der R-Line-Ausstattung ab 41.400 Euro (inkl. 19 % MwSt.), der T-Roc Hybrid in der Style-Ausstattung ab 44.470 Euro. Damit positioniert sich VW klar zwischen dem günstigeren eTSI und den teureren Plug-in-Hybridvarianten eHybrid und Golf GTE.
Den staatlichen Umweltbonus, der am 17. Dezember 2023 eingestellt wurde, gibt es für Vollhybride nicht. Allerdings profitieren gewerbliche Nutzer: Vollhybride können steuerlich attraktiv sein, sofern das Finanzamt sie entsprechend einordnet – die pauschale 0,25-%-Dienstwagenregelung gilt jedoch nur für reine Elektrofahrzeuge bis 70.000 Euro UVP. Für neu zugelassene Hybride greift zudem eine zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung, sofern die Anmeldung innerhalb der gesetzlichen Fristen erfolgt.
Äußerlich unterscheidet sich der neue Vollhybrid durch den Schriftzug „Hybrid" am Heck. Eine zweite, stärkere Variante mit 100 kW ist laut Heise Autos für 2027 geplant, ein konkreter Zeitplan fehlt jedoch noch. Echtverbrauchswerte aus unabhängigen Tests liegen zum Bestellstart nicht vor.