Der Rezvani Dune ist eines jener Automobile, die man eher auf einer Kunstmesse als bei einem Händler erwartet: ein auf Basis des Lamborghini Huracán aufgebauter Offroad-Supercar, handgefertigt in Kleinstserie, mit einem mechanisch aufgeladenen V10 und 115 mm mehr Bodenfreiheit als das schon geländetaugliche Huracán Sterrato-Vorbild. Sieben Einheiten weltweit, Auslieferung frühestens 2028 – und kein bekannter Weg nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz.
Antrieb und Aufbau
Technischer Kern des Dune ist der bekannte 5,2-Liter-V10 des Huracán, den der kalifornische Tuningspezialist VF Engineering mit einem Roots-Kompressor (Mechanischer Lader, der die Ansaugluft verdichtet) versehen hat. Die Leistung steigt dadurch von den serienmäßigen rund 449 kW / 610 PS des Sterrato auf 588 kW / 800 PS. Drehmomentwerte nannte Rezvani bislang nicht; die vollständigen Spezifikationen sollen Ende Juli 2026 folgen.
Der Karosserie liegt ein komplett neu gezeichneter Carbonkörper zugrunde: breitere Radhäuser, ein Dachlufteinlass und ein auf Geländebetrieb ausgelegtes Aerodynamikpaket. Die Fahrwerkshöhe wurde gegenüber dem Serienhuracán um rund 115 mm angehoben; kombiniert mit 31-Zoll-Geländereifen mit aggressivem Profil – einem Format, das man sonst eher von Pickups kennt – ergibt sich ein Gesamtzuwachs an Bodenfreiheit von gut 150 mm. Das Allradantriebssystem stammt unverändert vom Spenderfahrzeug.
Rezvani Dune: Der auf Basis des Lamborghini Huracán aufgebaute Offroad-Supercar mit 800 PS und 31-Zoll-Geländereifen.
Auflage, Preis und Verfügbarkeit
Rezvani produziert den Dune in einer Auflage von exakt sieben Fahrzeugen, jedes individuell nach Kundenwunsch konfiguriert. Eine Reservierung kostet laut Rezvani Motors eine rückerstattbare Anzahlung von 1.500 US-Dollar. Einen offiziellen Endpreis hat das Unternehmen nicht kommuniziert; Branchenbeobachter schätzen ihn auf deutlich über 500.000 Dollar – laut Yahoo Autos eine Hausnummer, die angesichts der Basis nachvollziehbar erscheint: Das Lamborghini Huracán Sterrato, das Rezvani als Donor nutzt und das mit 1.499 produzierten Einheiten ebenfalls limitiert war, startete in Deutschland knapp unter 240.000 Euro.
Für Interessierte hierzulande ist der Dune de facto unerreichbar: Rezvani verfügt über keine bekannte europäische Vertriebsstruktur, eine KBA-Einzelabnahme wäre aufwändig und kostspielig, und ein EUR-Listenpreis existiert schlicht nicht. Steuerliche Aspekte wie die 19-prozentige Mehrwertsteuer oder die Dienstwagenregelung spielen daher keine Rolle.
Einordnung
Das Projekt ist weniger Serienfahrzeug als automobiles Kunstobjekt: Wer eines der sieben Exemplare erwerben möchte, muss ohnehin direkt mit Rezvani in Südkalifornien verhandeln. Als Kuriosität illustriert der Dune immerhin, wie weit sich Coachbuilding – also die individuelle Karosseriebaukunst auf Fremdbasis – auch im 21. Jahrhundert treiben lässt. Eine Alternative für den europäischen Markt bieten aktuell spezialisierte Importeure, die etwa Mansory- oder Brabus-Umbauten auf Lamborghini-Basis anbieten – mit dem Vorteil einer gesicherten EU-Zulassung.