Volvo schärft beim EX30 nach: In China startet das Modelljahr 2026 mit Kampfpreisen und einer neuen Struktur bei den Batterielieferanten.

Während Volvo in Europa mit dem EX30 weiterhin die Zulassungsstatistiken der kompakten Elektro-SUVs anführt, zieht die Muttergesellschaft Geely in China nun das Tempo an. Das heute vorgestellte Modelljahr 2026 bringt nicht nur eine straffere Variantenstruktur, sondern auch eine deutliche Reaktion auf die technischen Probleme der jüngeren Vergangenheit. Mit einem Einstiegspreis von 159.800 Yuan, was umgerechnet etwa 20.750 € entspricht, setzt Volvo den Rotstift an – ein Wert, der deutschen Kunden angesichts eines hiesigen Basispreises von über 36.000 € Tränen in die Augen treiben dürfte.

Das Update konzentriert sich primär auf die Einführung der Variante „RWD Plus“, die das bisherige Basismodell „Core“ ersetzt. Trotz des aggressiven Preises wurde bei der Ausstattung nicht gespart. Volvo integriert serienmäßig das Pilot Assist System inklusive Spurhalteassistent, eine elektrische Heckklappe, ein Panoramadach sowie ein Soundsystem von Harman Kardon. Auch eine kabellose Ladefunktion für Smartphones und elektrisch verstellbare Sitze mit Memory-Funktion gehören nun zum Standard des Einstiegsmodells. Damit reagiert der Hersteller auf den enormen Konkurrenzdruck durch lokale Marken wie BYD oder Nio, die in diesem Segment mit Vollausstattungen locken.

Volvo EX30 2026 FrontansichtDer aktualisierte Volvo EX30. Foto: Volvo

Batterie-Poker und Sicherheitsaspekte

Hinter den Kulissen scheint sich jedoch der spannendste Wechsel vollzogen zu haben: die Zellchemie und die Zuliefererstruktur. Im Februar musste Volvo weltweit über 40.000 Einheiten des Volvo EX30 zurückrufen, da Überhitzungsprobleme an den Batterien ein Brandrisiko darstellten. Interessant ist hierbei die juristische Komponente: Eine Geely-Tochter hatte den bisherigen Lieferanten Sunwoda auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagt. Für das Modelljahr 2026 setzt Volvo beim Basismodell nun auf Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) von Rept Battero, während die reichweitenstärkeren Varianten weiterhin auf Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen (NMC) von Sunwoda setzen – letztere sollen laut Herstellerangaben nun technisch überarbeitet und sicher sein.

Volvo EX30 HeckansichtKompaktes Heck, bekannte Optik. Foto: Autohome

Technische Daten im Überblick

An den Leistungsdaten der Geely-Plattform hat sich wenig geändert, was angesichts der bereits hohen Performance-Werte kaum überrascht. Die Hecktriebler leisten weiterhin 200 kW (272 PS) und beschleunigen in 5,3 bis 5,7 Sekunden auf 100 km/h. Die Topversion „AWD Performance Ultra“ presst 315 kW (428 PS) auf den Asphalt und erledigt den Standardsprint in sportwagenverdächtigen 3,6 Sekunden. Die Reichweiten nach dem chinesischen CLTC-Zyklus liegen zwischen 410 km und 590 km, was unter Realbedingungen in Deutschland (WLTP) etwa 340 km bis 480 km entsprechen dürfte.

Für den deutschen Markt bedeutet dieses Update vor allem eines: Der Druck auf die Preisgestaltung wächst. Zwar sind die chinesischen Preise aufgrund geringerer Produktionskosten und fehlender Importzölle nicht direkt übertragbar, doch die verbesserte Serienausstattung bei gleichzeitigem Wechsel der Batterielieferanten zeigt, dass Volvo die Fehler der ersten Serie schnellstmöglich korrigieren will. Für deutsche Käufer bleibt abzuwarten, wann die angepasste Variantenstruktur und die potenziell zuverlässigeren Akkupakete auch in den europäischen Konfiguratoren auftauchen.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)