Am Abend des 31. März 2026 kam es in der chinesischen Metropole Wuhan zu einem flächendeckenden Systemausfall bei dem autonomen Fahrdienst Apollo Go. Zahlreiche fahrerlose Fahrzeuge des Betreibers Baidu blieben unvermittelt auf Hauptverkehrsstraßen und Stadtautobahnen stehen, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.
Netzwerkstörungen als Ursache
Gegen 21:00 Uhr Ortszeit meldeten Nutzer in sozialen Netzwerken den gleichzeitigen Stillstand zahlreicher Robotaxis im gesamten Stadtgebiet von Wuhan. Der Kundenservice von Apollo Go führte das Problem auf Netzwerkfehler zurück, die ein „anormales Fahrsystem“ zur Folge hatten. Betroffene Fahrgäste saßen teilweise bis zu zwei Stunden in den Fahrzeugen fest, da sich die Türen aufgrund von Warnmeldungen nicht öffnen ließen oder die Fahrzeuge auf mehrspurigen Schnellstraßen wie dem dritten Autobahnring zum Stehen kamen.
Versagen der Notfallsysteme
Berichten zufolge funktionierten interne Notfallmechanismen während des Vorfalls nur eingeschränkt. Fahrgäste gaben an, dass SOS-Tasten im Fahrzeug ohne Funktion waren und Anrufe über die bordeigenen Bildschirme automatisch abgebrochen wurden. In mehreren Fällen musste die örtliche Polizei eingreifen, um Passagiere sicher von den Autobahnen zu geleiten. Ein offizielles Statement des Unternehmens Baidu zu dem Vorfall liegt bislang nicht vor.
Kontext und Auswirkungen auf die Branche
Dieser Vorfall ist nicht die erste technische Störung des Dienstes. Bereits im Dezember 2025 wurde der Betrieb in der Stadt Zhuzhou nach einem Unfall vorübergehend eingestellt. Wuhan gilt mit rund 14 Millionen Einwohnern als einer der wichtigsten Testmärkte für autonomes Fahren weltweit. Apollo Go betreibt nach eigenen Angaben Dienste in 22 Städten und hat bis Oktober 2025 eine Testlaufleistung von insgesamt 240 Millionen Kilometern absolviert.
Für den europäischen Markt hat dieser Vorfall keine direkten Auswirkungen, verdeutlicht jedoch die technologischen Herausforderungen bei der Skalierung autonomer Flotten in urbanen Räumen. Die Zuverlässigkeit der Vernetzung bleibt ein kritischer Faktor für die Sicherheit im fahrerlosen Betrieb.