Die Briten haben ein weiteres Projekt im Coachbuild-Format vorgestellt – ein offenes zweisitziges Elektroauto mit einem Hauch von 1920er Jahren und einer sehr begrenzten Auflage.

Rolls-Royce stellte das Project Nightingale vor — ein spezielles Modell, das auf die Anforderungen der anspruchsvollsten Kunden zugeschnitten ist. Die Auflage wird auf 100 Fahrzeuge begrenzt.

Alle Autos sollen in Goodwood von Hand montiert werden. Der Preis wird nicht bekannt gegeben, aber angesichts des Coachbuild-Formats und des Umfangs der Handarbeit wird sie eindeutig weit über das Standardsortiment der Marke hinausgehen.

Die Idee: Stille, Elektrizität und Formenfreiheit

Das Projekt vereint drei Dinge, die bisher nicht in einem Rolls-Royce-Auto kombiniert wurden: maximale Designfreiheit, vollelektrischer Antrieb und offener Karosseriebau.

Der elektrische Antrieb ist hier nicht nur in Sachen Umwelt. Er ermöglicht eine radikale Reduzierung des Geräuschpegels und eine Änderung des Ansatzes zur Fahrzeugaufteilung. Weniger Einschränkungen — mehr Raum für Designer. Das ist die Schlüsselidee von Nightingale.

Rückblick auf die Geschichte

Das Unternehmen zieht Parallelen zu den experimentellen Modellen der EX-Serie der 1920er Jahre, als Henry Royce die technischen und stilistischen Grenzen testete.

Der Projektname leitet sich von «Le Rossignol» ab – dem französischen Wort für «Nachtigall». Er bezieht sich auch auf ein Haus in der Nähe von Henry Royces Winterresidenz an der Côte d'Azur. Dies schafft eine Verbindung zwischen der historischen Welt des Firmengründers und der modernen Designarbeit.

Design: Art Deco ohne Übermaß

Äußerlich neigt sich das Auto zu den Proportionen klassischer Modelle der Marke, jedoch mit dem Einfluss von spätem Art Deco und Streamline Moderne. Lange Flächen, minimal wenige Details und fließende Übergänge formen eine zurückhaltende, aber ausdrucksstarke Silhouette.

Die Länge beträgt etwa 5760 mm, also auf dem Niveau eines Rolls-Royce Phantom. Gleichzeitig ist die Konfiguration ausschließlich zweisitzig. Die Vorderseite behält den charakteristischen Pantheon-Kühlergrill, obwohl der Elektroantrieb den Bedarf an großen Lufteinlässen verringert hat. Die Optik ist schmal und vertikal.

Im Profil befinden sich eine lange «Motorhaube», eine stark geneigte Windschutzscheibe und eine kompakte Kabine, die nach hinten verschoben ist. Entlang der Karosserie verläuft eine klare Linie, die optisch Vorder- und Rückseite verbindet.

Interieur: Minimalismus mit Subtext

Der Innenraum ist für zwei Personen ausgelegt und maximal zurückhaltend gestaltet. Das zentrale Element ist eine Lichtinstallation, die auf der Analyse von Klangmustern von Vogelgesang basiert.

Materialien und Bedienelemente sind integriert, ohne den Fokus auf die Technik zu legen. Es gibt hier keine demonstrative «Digitalisierung» – im Gegenteil, alles ist auf eine ruhige Atmosphäre ausgerichtet.

Technik und Zeitrahmen

Der elektrische Antrieb bildet die Grundlage der Konstruktion. Er sorgt für einen leisen Lauf und bietet mehr Freiheit im Design, insbesondere in der Aerodynamik und Aufteilung. Konkrete technische Daten werden noch nicht bekannt gegeben — diese sollen später, näher zum Start, veröffentlicht werden.

Die ersten Auslieferungen sind für 2028 geplant. Bis dahin kann sich das Projekt noch ändern, aber die allgemeine Richtung ist bereits klar: Rolls-Royce testet, wie weit es mit der Elektrifizierung gehen kann, ohne seine eigene DNA zu verlieren.

Дмитрий Котов
Dmitro Kotov