Fords Pkw-Anteil in Deutschland ist 2024 auf 3,3 Prozent geschrumpft – nach 4,0 Prozent im Vorjahr. Um diese Talfahrt zu stoppen, setzt der Konzern auf zwei Hebel: eine Kooperation mit Renault für erschwingliche Elektroautos ab 2028 und den elektrischen Transit City, der noch 2026 auf den Markt kommt. Das Nutzfahrzeuggeschäft bleibt derweil der stabile Anker – Ford Pro hält aktuell 20,9 Prozent Marktanteil bei leichten Nutzfahrzeugen in Deutschland.
Elektro-Transporter für die letzte Meile
Der Transit City startet ab Mai 2026 in die Bestellphase, erste Auslieferungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz folgen im Dezember 2026. Der Einstiegspreis liegt bei 30.000 Euro netto – inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer sind das rund 35.700 Euro. Gebaut wird der Transporter in China vom Partner JMC, was die Produktionskosten deutlich drückt. Zum Vergleich: Der E-Transit Custom kostet ab rund 58.000 Euro.
Technisch setzt der Transit City auf einen 56-kWh-Akku mit LFP-Zellchemie (Lithium-Eisenphosphat, wartungsarm und langlebig) sowie eine WLTP-Reichweite (europäischer Normzyklus) von 254 Kilometern. Geladen wird über CCS2. Das Fahrzeug richtet sich vor allem an Flottenbetreiber, die in Umweltzonen wie Berlin oder München emissionsfrei unterwegs sein müssen.
Zwei Ampere-Modelle gegen den Fiesta-Verlust
Die größere strategische Wette ist die Partnerschaft mit Renault, die am 9. Dezember 2025 offiziell bestätigt wurde. Zwei Elektromodelle auf der Ampere-Plattform der Franzosen sollen Anfang 2028 auf den Markt kommen – gebaut im Renault-Werk ElectriCity in Nordfrankreich.
Die Modelle sollen die Lücke füllen, die nach dem Ende von Fiesta und Focus entstanden ist. Ford-Europe-Chef Christian Weingärtner betont, die Ingenieure würden Fahrwerk, Lenkung und Abstimmung eigenständig entwickeln, damit sich die Autos wie „echte Ford" anfühlen. Preislich sollen sie im Segment von Renault 5 E-Tech und Renault 4 E-Tech konkurrieren – und auch chinesischen Importeuren wie BYD oder Xpeng Paroli bieten.
Steuervorteile als Kaufanreiz
Der Wegfall des Umweltbonus zum 17. Dezember 2023 hat die Elektro-Nachfrage in Deutschland spürbar gedämpft. Als Ausgleich greift weiterhin die 0,25-Prozent-Dienstwagenregelung für Elektroautos mit einem Listenpreis bis 70.000 Euro – das halbiert die monatliche Versteuerung gegenüber einem Verbrenner. Hinzu kommt die zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer. Beide Regelungen gelten auch für Austria und die Schweiz bietet eigene kantonale Förderungen.
Sieben Modelle bis 2029
Neben den Ampere-Fahrzeugen plant Ford bis 2029 weitere fünf Pkw-Modelle für Europa: einen neuen Bronco für den europäischen Markt, einen Kompakt-SUV aus dem Werk Valencia (ab 2028) sowie mehrere Crossover mit unterschiedlichen Antriebskonzepten – darunter Plug-in-Hybride (PHEV) und Range-Extender-Modelle. Ford appelliert dabei an die EU, flexible Übergangsregeln für diese Technologien beizubehalten.
Im Nutzfahrzeuggeschäft ergänzt der Ranger Super Duty das Portfolio: Das Extremfahrzeug kommt auf eine Gesamtzugmasse von 8 Tonnen und eine Anhängelast von 4,5 Tonnen – konzipiert für Rettungsdienste, Forstwirtschaft und Bergbau.