Der neue Ioniq V kommt nicht nach Deutschland – das chinesische Joint-Venture-Modell ist ausschließlich für den Heimatmarkt gedacht. Wer 2026 einen kompakten Hyundai-Stromer kaufen will, bekommt stattdessen den Ioniq 3.

Hyundai stellt 2026 in China einen neuen Elektro-Fastback vor – den Ioniq V, entwickelt und produziert über das Joint Venture mit Beijing Hyundai. Für Europa ist das Modell nicht vorgesehen. Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz einen kompakten Hyundai-Stromer sucht, schaut stattdessen auf den Ioniq 3, der für das vierte Quartal 2026 angekündigt ist.

Ioniq V: Technik für den chinesischen Markt

Der Ioniq V wird in zwei Varianten angeboten. Die Basisversion kombiniert einen 138 kW (188 PS) starken Elektromotor mit einem 53,5-kWh-Akku auf LFP-Basis (Lithium-Eisenphosphat) von CATL. Die Reichweite beträgt laut chinesischem CLTC-Zyklus 520 bis 540 km – ein Prüfstandswert, der erfahrungsgemäß optimistischer ausfällt als der europäische WLTP-Standard. Umgerechnet dürften rund 440 bis 460 km WLTP-Äquivalent realistisch sein.

Die stärkere Variante leistet 165 kW (225 PS) und trägt einen 66,8-kWh-LFP-Akku. Hier gibt Hyundai 620 bis 650 km CLTC an, was näherungsweise 527 bis 552 km WLTP entspricht. Beide Versionen sind als Fastback mit 4,90 m Länge, 1,89 m Breite und einem Radstand von 2,90 m konzipiert – D-Klasse-Format, vergleichbar mit einem Mittelklasse-Fastback.

Im Innenraum dominiert ein 27-Zoll-Doppelbildschirm die Armaturentafel. Die Fahrassistenz liefert Momenta, ein chinesischer Spezialist für autonome Fahrsysteme. Hyundai prüft zudem eine EREV-Variante (Range Extender mit Verbrennungsmotor als Generator) für China – technische Details fehlen bislang.

Was 2026 wirklich nach Deutschland kommt: der Ioniq 3

Das für Deutschland relevante Kompakt-EV ist der Ioniq 3, der laut Ioniq 3 WLTP 344–496 km für Herbst 2026 bestätigt ist. Er wird im türkischen Werk İzmit gefertigt und soll ab rund 35.000 Euro starten.

Zwei Batterievarianten stehen zur Wahl: 42,2 kWh mit 344 km WLTP oder 61 kWh mit 496 km WLTP. Der Frontantrieb leistet jeweils 108 kW (147 PS). Laut Hyundai IONIQ 3 Weltpremiere wurde das Fahrzeug in Deutschland entwickelt und in Europa produziert – mit dem Infotainmentsystem Pleos Connect.

Preise, Förderung und Marktkontext

Der Einstiegspreis von rund 35.000 Euro platziert den Ioniq 3 unterhalb der 70.000-Euro-Grenze für die 0,25-Prozent-Versteuerungsregel bei Dienstwagen – ein relevanter Kaufanreiz für Geschäftsfahrer. Der staatliche Umweltbonus ist seit dem 17. Dezember 2023 eingestellt; in Österreich besteht noch ein e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro, in der Schweiz gibt es keinen Bundesbonus.

Im Wettbewerb trifft der Ioniq 3 auf Volkswagen ID.3, Renault Mégane E-Tech und den künftigen Cupra Born. Der Ioniq V hingegen bleibt, was er ist: ein chinesisches Modell für den chinesischen Markt.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)