Zwei neue Mazda-Patente zeigen einen kompakten Hecktriebler mit Schmetterlingstüren – und einen Vierzylinder statt Wankelmotor. Was das für die nächste MX-5-Generation bedeutet.

Mazda hat zwei Patente eingereicht, deren Zeichnungen einen kompakten Roadster mit Flügeltüren zeigen – veröffentlicht am 2. Juli 2026. Die technischen Skizzen offenbaren einen längs eingebauten Vierzylindermotor, Heckantrieb und einen klassischen Mitteltunnel. Was sie nicht zeigen: einen Wankelmotor. Das macht die Zuordnung zum angekündigten Iconic-SP-Konzept schwierig – und rückt die nächste MX-5-Generation ins Blickfeld.

Konstruktion: Flügeltüren als Stabilitätslösung

Wie CarBuzz als erstes berichtete, beschreibt das erste Patent eine Türkonstruktion, bei der die Tür gleichzeitig nach oben und außen schwenkt – ähnlich einem Scherentürmechanismus. Mazda positioniert die vorderen Karosseriepfeiler dabei bewusst nahe an den oberen Federbeindomen. Das soll die Karosseriesteifigkeit erhöhen, die bei einem offenen Fahrzeug ohne festes Dach besonders kritisch ist. Zusätzliche Verstärkungsträger leiten Fahrwerkslasten in den verstärkten A-Pfeiler, eine Querstrebe verbindet Karosseriefront und Stirnwand.

Das zweite Patent behandelt das Crashverhalten bei Frontalaufprall: Die beschriebene Struktur soll Aufprallenergie über Stirnwand, Schweller und weitere Karosserieteile verteilen und die Fahrgastzelle entlasten.

Vierzylinder statt Wankel – was das bedeutet

Der Iconic SP, 2023 als Konzeptfahrzeug vorgestellt, setzt auf einen Zweischeiben-Wankelmotor als Range-Extender in einem Elektroantriebsstrang. Die neuen Patente zeigen davon keine Spur. Stattdessen ist ein konventioneller Reihenvierzylinder eingezeichnet – genau das Aggregat, das zur bestätigten nächsten MX-5-Generation passt.

Laut AUTO BILD hat Mazdas Technikvorstand Ryuichi Umeshita bestätigt, dass die neue MX-5 um 2028 erscheinen soll – mit Benzinmotor, Schaltgetriebe und einem Gewichtsziel unter 1.000 kg. Die aktuelle MX-5 ist ab 33.190 Euro (inkl. 19 % MwSt.) erhältlich und gilt seit Jahrzehnten als Maßstab für erschwingliche Fahrfreude.

Gemeinsame Plattform als wahrscheinlichstes Szenario

Flügeltüren würden Gewicht und Fertigungskosten der MX-5 deutlich erhöhen – und damit die Kernphilosophie des Modells untergraben. Für den teureren Iconic SP klingen sie hingegen plausibler. Mazda könnte jedoch auch eine gemeinsame Plattform für beide Sportwagen entwickeln, bei der strukturelle Lösungen modellübergreifend genutzt werden. In diesem Fall beschreiben die Patente keine spezifische Baureihe, sondern generische Architekturkonzepte.

Welches Modell die Patente letztlich beschreiben, hat Mazda offiziell nicht bestätigt. Weder ein Produktionsstart noch Preise wurden kommuniziert. Die Zeichnungen sind dennoch ein seltener Blick in die Entwicklungsküche – und zeigen, dass Mazda beim Sportwagensegment technisch weiterdenkt, als es die schlichten Konzeptstudien vermuten lassen.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)