Der BMW iX3 Neue Klasse hat in einem aufsehenerregenden Langstreckentest bewiesen, was er auf der Autobahn kann. YouTuber Björn Nyland absolvierte 1.000 km in 8 Stunden 55 Minuten – mit lediglich zwei Ladestopps und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf nordischen Autobahnen. Das ist für einen Elektro-SUV dieser Klasse bislang einmalig.
Reichweite und Effizienz
Der getestete iX3 50 xDrive (345 kW / 469 PS, Allradantrieb) nutzt eine 108,7-kWh-Batterie. Im WLTP-Zyklus (EU-Reichweitenprüfstandard) gibt BMW 805 km auf 20-Zoll-Bereifung an; auf 21 Zoll reduziert sich das um rund 23 km. Im Realbetrieb bei 100–120 km/h Reisegeschwindigkeit lag der Verbrauch bei 25,4 kWh/100 km – ein starker Wert für ein Fahrzeug dieser Größe. Der Bordcomputer zeigte zu Fahrtbeginn 753 km an; nach Eingabe des Ziels korrigierte die Navigation auf 531 km – ein Hinweis darauf, dass die Reichweitenberechnung bei konstantem Gegenwind noch optimistischer rechnet als Tesla-Systeme.
Ladekurve des BMW iX3 50 xDrive im Nyland-Test: Bei 53 % Ladestand lagen noch 284 kW an. Foto: Björn Nyland
Laden: 400 kW, 10–80 % in 21 Minuten
Das 800-Volt-Bordnetz (lädt schneller als gängige 400-Volt-Systeme) ermöglicht eine Spitzenladegeschwindigkeit von 400 kW. Bei 10 % Ladestand nahm der iX3 die volle Leistung an – dafür war allerdings eine Ladesäule mit 600-Ampere-Boost erforderlich; an Standard-500-A-Säulen wären es rund 380 kW. Bei 53 % Ladestand lagen noch 284 kW an, erst nach 80 % fiel die Kurve auf 120 kW ab. Die Ladesequenz von 6 % auf 80 % dauerte 21 Minuten.
An Tesla-Superchargern (CCS2-Adapter, in der DACH-Region seit 2021 gängige Praxis) erzielte der iX3 170 kW – mehr als der Audi Q6 e-tron (135 kW) oder Hyundai-Modelle auf der E-GMP-Plattform (rund 100 kW). BMW erlaubt dabei eine Batterietemperatur bis 60 °C ohne Leistungsdrosselung.
Ergebnistabelle des 1.000-km-Tests von Björn Nyland. Foto: Björn Nyland
Kosten: Gleichauf mit dem Diesel
Der iX3 50 xDrive kostet in Deutschland geschätzt rund 70.900 € (inkl. 19 % MwSt.); der iX3 40 RWD startet ab 63.400 € und kommt ab Sommer 2026. Einen Umweltbonus gibt es seit dem 17. Dezember 2023 nicht mehr. Relevant für Dienstwagenfahrer: Liegt der Listenpreis bei oder unter 70.000 €, gilt die günstige 0,25-%-Regelung statt 0,5 %; dazu kommt eine zehnjährige Kfz-Steuer-Befreiung ab Erstzulassung.
Die Energiekosten der 1.000-km-Testfahrt lagen in deutschen Verhältnissen bei rund 144,46 € (Haushaltsstrom plus Schnellladen kombiniert). Eine vergleichbare Fahrt im Diesel-X3 mit 6,5 l/100 km bei 2,17 €/l Diesel kostet ähnlich viel – der Kostenvorteil des Elektroautos entsteht vor allem beim reinen Laden zuhause.