Der bislang als Type 00 bekannte Elektro-Grand-Tourer bekommt am 12. Mai 2026 seinen Seriennamen. Produktion ab September, erste Auslieferungen in Deutschland voraussichtlich Q2 2027 – ab rund 155.000 Euro.

Jaguar nennt heute den offiziellen Namen seines kommenden Elektro-Grand-Tourers. Das Modell, bisher unter dem Konzept-Kürzel Type 00 und intern als X900 bekannt, erhält am 12. Mai 2026 seinen Seriennamen. Die Produktion soll im September starten, erste Kundenfahrzeuge sollen Anfang 2027 ausgeliefert werden – für den DACH-Markt wird ein Start im zweiten Quartal 2027 erwartet.

Technik: 1.000 PS, 120 kWh, bis 700 km Reichweite (WLTP)

Der GT basiert auf der neuen Jaguar Electric Architecture (JEA), einer 800-Volt-Plattform (lädt schneller als übliche 400-Volt-Systeme), die speziell für künftige Jaguar-Elektromodelle entwickelt wurde. Drei Elektromotoren – einer vorne, zwei hinten – leisten zusammen über 1.000 PS (ca. 745 kW) und erzeugen ein Drehmoment von 1.300 Nm. Das 120-kWh-NMC-Akkupaket ermöglicht nach WLTP-Standard (EU-Reichweitentest) zwischen 640 und 700 km Reichweite. Per DC-Schnellladen mit bis zu 350 kW lassen sich laut Hersteller rund 320 km in 15 Minuten nachladen. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt unter 0,25 – ein für ein Fahrzeug dieser Größe relevanter Wert, der die Effizienz spürbar verbessert. Fahrwerkseitig gibt es eine Zweikammer-Luftfederung mit adaptiven Dämpfern; serienmäßig sind 23-Zoll-Räder, 21-Zoll als Option – laut Motor283 und CelebTattler übereinstimmend bestätigt.

Preise und Förderung im DACH-Raum

Der Einstiegspreis wird vorläufig auf rund 155.000 bis 165.000 Euro (netto, ohne 19 % MwSt.) geschätzt – endgültige Listenpreise stehen noch aus. Den deutschen Umweltbonus gibt es seit dem 17. Dezember 2023 nicht mehr. Für gewerbliche Nutzer bleibt jedoch die 0,25-Prozent-Dienstwagenbesteuerung für Elektrofahrzeuge bis 70.000 Euro Bruttolistenpreis attraktiv; der Type 00 wird diese Grenze deutlich überschreiten, womit der Steuervorteil auf 0,5 Prozent steigt – ähnlich wie bei einem Plug-in-Hybrid. Hinzu kommt die zehnjährige Kfz-Steuer-Befreiung für reine Elektrofahrzeuge. Da das Fahrzeug in Gaydon (Großbritannien) gefertigt wird und die Batterie nicht aus EU-Produktion stammt, greifen keine zusätzlichen EU-Ausgleichszölle auf Fertigfahrzeuge – das britische Montageland ist hier kein Nachteil.

Warum dieser Schritt jetzt?

Jaguar befindet sich in einer schwierigen Lage: Die EU-Zulassungen brachen im Oktober 2025 um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein – laut ACEA-Daten wurden in jenem Monat nur 2.845 Einheiten in allen 27 EU-Ländern plus UK zugelassen. Mit dem Type 00 positioniert sich die Marke neu im Ultra-Luxus-Segment und nimmt Kunden von Bentley und Range Rover ins Visier. Ob Jaguar dabei auf einen klassischen Markennamen zurückgreift – wie einst beim F-Type nach dem E-Type – bleibt bis heute offen. Die Antwort kommt heute, am 12. Mai 2026. Produktionspräsentation folgt im September, DACH-Auslieferungen werden für Q2 2027 erwartet; konkrete Händler- und Bestelldetails für Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen noch aus.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)