Stellantis greift den chinesischen Stadtauto-Import mit zwei neuen Fiat-Modellen an. Der Konzern präsentierte im Rahmen seines FaSTLAne-2030-Strategieplans den Fiat Quattrolino sowie einen vollelektrischen Pandina-Nachfolger – intern als „E-Car" bezeichnet. Letzterer soll ab 2028 unter 15.000 Euro kosten und damit eine Preislücke schließen, die Hyundai i10 und Kia Picanto inzwischen bei über 18.000 Euro hinterlassen haben.
Quattrolino: vier Sitze statt zwei
Der Quattrolino basiert auf der Plattform des Topolino – eines zweitürigen L7-Leichtkraftfahrzeugs (schweres Vierradkraftfahrzeug, das in der EU bis 90 km/h zugelassen ist und mit bis zu 15 kW Motorleistung betrieben werden darf). Die neue Version bietet jedoch vier Sitze und deutlich mehr Innenraum. Optisch orientiert sich Fiat am Fiat 600 Multipla der 1950er-Jahre: nahezu senkrechte Front, kompakter Aufbau.
Genaue Batterie- und Motorwerte nennt Fiat noch nicht. Wenn die Topolino-Plattform unverändert übernommen wird, stünde ein 5,5-kWh-Akku mit rund 6 kW Dauerleistung im Raum – für vier Personen dürfte die Serienversion aber eine stärkere Antriebseinheit bekommen. Ein Produktionsstart ist für 2027 angesetzt, Details zu Spezifikation und Preis sollen bis Anfang 2027 folgen.
Für den Alltag in deutschen Städten ist die L7-Einstufung relevant: Das Fahrzeug darf Umweltzonen nutzen und ist auf Innerortsstraßen sowie Landstraßen bis 90 km/h zugelassen – Autobahnen sind ausgeschlossen.
Konzeptstudie des Fiat Pandina-Nachfolgers: auffällige Lichtgrafik, die über die Motorhaube hinausragt – das Serienmodell soll bewusst schlicht gehalten werden, um den Preis unter 15.000 Euro zu sichern.
Pandina-Nachfolger: Einfachheit als Strategie
Der Pandina-Nachfolger entsteht ab 2028 im Werk Pomigliano d'Arco in Süditalien und teilt seine Plattform mit dem kommenden Citroën 2CV Elektro. Stellantis positioniert das Fahrzeug nach dem Prinzip „nützlich vor anspruchsvoll": schlichtes Design, überschaubare Technik – um den Einstiegspreis von unter 15.000 Euro zu halten.
Das Antriebsangebot soll mehrere Varianten umfassen: Vollstromer für den Stadtbetrieb sowie Mild-Hybrid-Versionen für Pendler mit längeren Strecken zwischen Stadt und Land – ein Nutzungsprofil, das im DACH-Raum besonders häufig vorkommt. Die Euro-7-Norm, die ab 2025 schrittweise greift, ist laut Stellantis FaSTLAne 2030 official press in der Plattformauslegung berücksichtigt.
60 Milliarden Euro, 60 neue Modelle
Der FaSTLAne-2030-Plan sieht Investitionen von 60 Milliarden Euro vor, verteilt auf 60 neue Modelle – davon 29 vollelektrisch, 15 als Plug-in-Hybride und 24 als klassische Hybride. Fiat wurde dabei zum „globalen Brand" aufgewertet und erhält gemeinsam mit Jeep, Ram und Peugeot 70 Prozent des geplanten Investitionsbudgets. Für Europa lautet das Ziel: 15 Prozent Umsatzwachstum bei einer operativen Marge von 3 bis 5 Prozent.
Ob Quattrolino und E-Car auch in der Schweiz und in Österreich zum genannten Einstiegspreis erhältlich sein werden, hängt von der jeweiligen Markteinführungsstrategie ab – laut Auto Express Pandina strategy gelten beide Modelle als „multi-regional" und sollen über Europa hinaus vertrieben werden. Konkrete DACH-Preise und Ausstattungsvarianten werden frühestens Ende 2026 erwartet.